Mönchengladbach: 30.000 illegale Waffen
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 31.07.2009Mönchengladbach (RPO). Nach dem Amoklauf in Winnenden wurde das Waffengesetz verschärft. Erneut werden Bürger aufgefordert, nicht registrierte Pistolen, Gewehre und Kampfmesser abzugeben. Bis zum Ende des Jahres ist das straffrei möglich.
5000 registrierte Waffenbesitzer gibt es in der Stadt. Und die haben zusammen 14.000 scharfe Pistolen, Gewehre und Messer gemeldet. Doch die Polizei ist sich sicher: Hinter den Zahlen steckt viel mehr Munition. Beim Thema Waffen ist die Dunkelziffer hoch, weiß Sigrid Schloßmacher, Sachbearbeiterin im Dezernat für Waffenrecht.
Geschätzte 45.000 Schlagstöcke, Revolver, Butterfly-Messer und sonstige gefährliche Angriffs- und Verteidigungsmittel befinden sich in Mönchengladbachs Haushalten. Darunter sind auch viele Kleinkaliber-Gewehre. "Mit denen hat der Großvater vielleicht früher noch auf Tauben im Garten gezielt", sagt Sigrid Schloßmacher.
Irgendwann landeten die Waffen im Keller, wo sie vergessen oder einfach nicht mehr beachtet wurden. Doch die Sachbearbeiterin mahnt zur Vorsicht. Viele Kleinkalibergewehre darf man heute nur noch mit einer Besitzkarte zu Hause haben. Ansonsten macht man sich strafbar: wegen illegalen Waffenbesitzes.
Straffreiheit bis Ende 2009
Im Zuge des neuen Waffengesetzes, das am vergangenen Samstag in Kraft trat, können Bürger ihre nicht registrierten Pistolen und Gewehre bis zum Ende des Jahres bei der Polizei straffrei abgeben. Wie viele davon Gebrauch machen, kann noch nicht einmal geschätzt werden. Im Jahr 2003 hatte es schon einmal eine ähnliche Amnesie-Regelung für illegale Waffen gegeben. Damals kamen ein paar hundert Pistolen und Gewehre zusammen. Die meisten stammten aus Erbschaften, gefunden auf Speichern und in Kellern.
Dass es auch viele Gladbacher gibt, die ganz und gar nicht unbedarft im Besitz von illegalen Waffen sind, zeigt sich immer wieder. Und das ist nicht nur bei Kapitalverbrechen wie Mord oder Bankraub der Fall. "Es kommt schon häufiger vor, dass Leute erwischt wurden, weil sie mit meldepflichtigen, aber nicht registrierten Waffen auf Nutrias schossen", sagt Sigrid Schloßmacher. Auch der Revolver in der Schublade zur Abschreckung von möglichen Einbrechern ist nicht erlaubt. So etwas geht nur mit Waffenbesitzkarte, und die gibt es auch nur in Ausnahmefällen und nur mit einem Sachkundenachweis.
So genannte Softair-Waffen, das sind Pistolen oder Gewehre, die mit Plastikkügelchen geladen werden und echten Waffen täuschend ähnlich sehen, dürfen zwar zu Hause im Schrank liegen. Mit auf die Straße nehmen, darf sie aber keiner. Darauf machte Polizeisprecher Jürgen Lützen gestern noch einmal aufmerksam. Das Gesetz gilt schon seit einem guten Jahr. Trotzdem wird es immer wieder gebrochen. Selbst Kinder sind mit solchen Geschossen, die unter Umständen schwere Verletzungen verursachen können, schon häufiger erwischt worden.
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