Mönchengladbach: 5000 fahren täglich um den Block
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 02.02.2012Mönchengladbach (RP). Es gibt im Rheydter Zentrum 4000 Parkplätze. Doch sie scheinen nicht attraktiv genug zu sein. Denn zu viele Autofahrer zwängen sich durch die City. Das erbost Anwohner, gefährdet Kinder und ruft die Polizei auf den Plan.
Rheydt hat mehrere Parkhäuser und eine Tiefgarage in Innenstadtlage. Insgesamt gibt es 4000 Stellplätze. "Das sind unglaublich viele", sagt der städtische Verkehrsplaner Jörg Clages. Doch von den 4000 Parkflächen scheinen rund 60 eine geradezu magische Anziehungskraft zu haben: Sie liegen im Umfeld von Markt- und Harmoniestraße, der größere Teil direkt vor der Stadtsparkasse. Diese werden von rund 5000 Autofahrern angesteuert, die täglich über die Harmoniestraße rollen und scheinbar auf Parkplatzsuche sind. "Es ist schon erstaunlich, wie viele diesen Block umfahren", wundert sich Clages.
Schleichverkehr unterbinden
Bei den städtischen Verkehrsexperten heißen sie "Blockumfahrer" und sind eine Zielgruppe, die sich in der Rheydter City besonders wohl fühlt. Sie sorgt dafür, dass Anwohner unter dem Lärm leiden, Schulkinder gefährdet sind, und die Polizei immer häufiger warnend den Zeigefinger hebt. Denn: Auch im Bereich von Hugo-Preuß-/Waisenhaus-/Stresemannstraße gibt es diese "Blockumfahrer". Das jüngst entwickelte Verkehrskonzept für Rheydt sollte diese Form des Schleichverkehrs verhindern. Dies ist nur teilweise gelungen. Gestern stellte Planer Clages in der Bezirksvertretung Süd zwei Änderungen im Konzept vor. Schon jetzt scheint festzustehen: Dabei bleibt's nicht.
Es wird eine Durchfahrtsperre der Stresemannstraße zwischen Harmoniestraße und Marienplatz geben. Dazu kommt ein Schleifensystem nach dem Prinzip: Wo man reinfährt, fährt man wieder raus. Wer aus Richtung Limitenstraße kommt und von der Stresemann- in die Marktstraße abbiegt, kann nur über Harmoniestraße und dann nach links in die Stresemannstraße fahren – rechts zum Marienplatz ist für den Pkw-Verkehr nicht mehr möglich. Und die haarige Situation an der Waisenhausstraße – hier ist eine Grundschule – wollen die Experten so lösen, indem sie den von der Hugo-Preuß-Straße kommenden Autofahrer zwar über die Waisenhaus- fahren, aber dann nur nach rechts in die Stresemannstraße abbiegen lassen. Das Weiterfahren in die Marktstraße wird verhindert – die vorhandene Insel wird verlängert. So sollen "Blockumfahrer" abgeschreckt werden.
SPD, FDP und Grüne regten gestern an, aus Richtung Odenkirchen kommend das Linksabbiegen von der Limiten- in die Hugo-Preuß-Straße zu unterbinden. Das wird geprüft, aber die Ampel-Schaltung an der Kreuzung Limiten-/Stresemannstraße ist knifflig. Die CDU wollte die alte Regelung für die Hugo-Preuß-Straße einführen und die Einbahnstraßen-Regelung für die Waisenhausstraße umdrehen. Sie fand dafür keine Mehrheit.
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