Mönchengladbach: 5,5 Millionen Schmuggelzigaretten
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 27.10.2009 - 16:25Mönchengladbach (RPO). Auf dem Rastplatz in Güdderath haben Zollbeamte einen slowakischen Lkw gestoppt, der 5,5 Millionen unversteuerte Zigaretten geladen hatte. Die Schmuggelware war in ausgesägten Plastikpaletten versteckt.
Zu diesem "Treffer" gehörte Glück: Bei allgemeinen Kontrollen fiel Zollfahndern auf dem Autohof in Güdderath ein slowakischer Lkw auf, der auf den ersten Blick nur leere Kunststoffpaletten aus Griechenland geladen hatte. Bei einer genaueren Untersuchung stellte sich heraus: Die Palettenstapel waren ausgesägt worden, und in den Hohlräumen steckten mehr als 5,5 Millionen unversteuerte Zigaretten. "Allein bei dieser Schmuggeltour entstand ein Steuerschaden von 970 000 Euro", sagte gestern Ulrich Schulze, Sprecher des Zollfahndungsamtes Essen.
Organisiertes Verbrechen
Dass es nicht die erste unverzollte Lieferung war, darauf weisen Gerüchte und Hinweise, die vorher kursierten. Danach sollen nämlich schon seit geraumer Zeit auf Rastplätzen im Raum Mönchengladbach mehrfach Schmuggelzigaretten aufgetaucht sein. Kölner Zollfahnder begannen zu ermitteln und schalteten die Kontrolleinheit Kaldenkirchen ein. Die uniformierten Beamten hielten daraufhin in Güdderath mehrere Lkw an, bis sie tatsächlich auf den Schmuggel-Truck trafen.
Zigarettenpreise
Am teuersten sind die Zigaretten laut Zigarettenverband in Norwegen, Irland und Großbritannien. Ein 20-er Packung Malboro kostet (Stand Juli 2009) in Norwegen beispielsweise 8,40 Euro.
Am preisgünstigsten sind Zigaretten in Osteuropa. In Russland kostet die Packung Malboro 68 Cent, in der Ukraine 71 Cent, in der Slowakei 2,95 Euro.
"Die Ermittlungen stehen noch am Anfang", sagte Ulrich Schulze, "bei diesen Mengen an unversteuerten Zigaretten kann man aber davon ausgehen, dass es sich um organisiertes Verbrechen handelt". Für eine solche große Lieferung brauche man eine aufwändige Logistik, Lagerraum und auch viel Geld. Für die Zollfahnder ist es einer der größten Funde der letzten Monate. Schulze: "Die Schmuggler scheinen ihre Strategie geändert zu haben. Sie lassen heute normalerweise mehr in Kleintransportern ausliefern."
Unklar ist noch, woher die Zigaretten kamen und für welchen Markt sie bestimmt waren. Der 39-jährige Fahrer des Schmuggel-Lkw ist ein Slowake, der aus Griechenland angereist kam. Bei den Zigaretten handelt es sich nicht um Fälschungen. Die Marken seien allerdings in Deutschland nicht bekannt. "Deshalb gehen wir davon aus, dass die Zigaretten auch nicht für den deutschen Markt bestimmt waren. Der Lkw war auf dem Weg nach Belgien. Vielleicht sollte die Ware von dort aus weiter nach Großbritannien geschickt werden", berichtete Schulze. Und: "Mit Sicherheit erwarten uns in den nächsten Monaten noch aufwändige Ermittlungsarbeiten."
Der 39-jährige Slowake wurde vorläufig festgenommen, später aber wieder freigelassen mit der Begründung, er habe möglicherweisse nichts von der heißen Ladung gewusst.
Die beschlagnahmten Zigaretten wird übrigens niemand mehr rauchen. Laut Schulze werden sie in der Müllverbrennungsanlage Oberhausen unter Aufsicht verbrannt.
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