Mönchengladbach: 60 Jobs bei Trützschler in Gefahr
VON PHILIPP COENEN - zuletzt aktualisiert: 24.07.2009 - 17:09Mönchengladbach (RPO). 50 bis 60 Beschäftigte sollen bei der Firma Trützschler entlassen werden. Das teilte am Freitag die IG Metall Mönchengladbach mit. Geschäftsführer Dr. Dirk Burger winkte ab: „Wir prüfen derzeit noch eine Personalanpassung. Erst in den kommenden vier Wochen wird sich entscheiden, ob wir etwa 50 Mitarbeiter entlassen werden.”
Fakt ist: Der Textilmaschinenhersteller aus Odenkirchen steht wirtschaftlich nicht gut da. Schon Ende des vergangenen Jahres mussten rund 80 Mitarbeiter die Firma verlassen, weitere 80 Stellen wurden durch Altersteilzeit eingespart und die Hälfte der Belegschaft in Kurzarbeit geschickt. Schuld daran habe die weltweite Krise der Textilbranche. „Die Kunden sind verunsichert, sie investieren nur noch sehr zaghaft”, sagt Burger.
Reimund Strauß von der IG Metall hält dagegen: „Panikattacken helfen in der Krise nicht weiter. Gefragt ist der Blick auf die kommenden vier Jahre und nicht hektische Reaktionen. ” Zudem kritisiert Strauß, dass Trützschler plane, Fertigungsbereiche an die Töchter-Firmen nach Indien und China zu verlagern. Er hegt Zweifel, ob dann die Firma in Odenkirchen überhaupt noch handlungsfähig sei und verweist auf das Traditionsunternehmen Schlafhorst, das in Gladbach für immer geschlossen wird.
Dort bangen noch heute die 463 Mitarbeiter um ihre Jobs. Denn der Konzern will 255 Stellen deutschlandweit streichen. Bis zu 210 Kündigungen könnten in Gladbach ausgesprochen werden.
„Die Textilmaschinenhersteller sind auf dem Rückzug”, sagte Strauß. Noch im Jahre 2007 hatte Trützschler die Weltmärkte fest im Griff. Die Firma eröffnete seit den 70er Jahren Standorte in den USA, Brasilien, Indien, China und Usbekistan. „In Bora-Bora gibt‘s vielleicht noch keine Maschine von uns”, ansonsten habe man überallhin eine Spinnereimaschine verkauft, scherzte ein Mitarbeiter in einem RP-Interview.
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