Mönchengladbach: Abi-Ball in Indigo-Blau
VON NADINE FISCHER - zuletzt aktualisiert: 24.06.2010Mönchengladbach (RPO). Carolin Cremers freut sich riesig auf morgen. Sie wird mit ihren Mitschülern Abschied von der Schule feiern. Vorher ist noch eine Menge zu tun, denn das Fest soll unvergesslich werden. Deshalb muss auch das Outfit stimmen.
Gerkerathwinkel Carolin Cremers hat sich für nagelneue graue Peep-Toe Pumps aus Wildleder mit elf Zentimeter hohen Absätzen entschieden. "Die Schuhe sind mörderisch", sagt die 19-Jährige und lacht. Aber sie passen eben wunderbar zu dem schicken indigoblauen Kleid, das sie morgen bei ihrem Abi-Ball in der Aula des Gymnasiums Rheindahlen tragen möchte. "Ich freue mich total auf den Abi-Ball", erzählt Carolin. Gemeinsam mit ein paar Mitschülern hat die Stufensprecherin den glamourösen Abend organisiert. Wenn sie am Freitag in ihrem kurzen gerüschten Kleid auf ihren mörderisch hohen Hacken in der Aula steht, liegt gut ein halbes Jahr intensiver Planung hinter der Gerkerathwinkelerin.
Morgen wird gefeiert
Ball Morgen in der Aula des Gymnasiums Rheindahlen feiern 44 Abiturienten. Weil die Stufe so klein ist, darf jeder viele Freunde und Verwandte mitbringen
Vorbereitung In verschiedene Komitees aufgeteilt, haben sich die Schüler auf den Abi-Streich, den Abi-Ball und alle anderen Abschluss-Aktivitäten vorbereitet. Bei der Organisation des Balls haben sie eng mit dem Hausmeister der Schule zusammengearbeitet.
Seit Montag wird dekoriert
"Seit Montag dekorieren wir die Aula. Donnerstagabend soll alles fertig sein", sagt Carolin. Die Decke hängen die Abiturienten mit langen weiß-durchsichtigen Stoffbahnen ab, für die sie extra eine Konstruktion aus Draht gebastelt haben. Auch die Bühne wird mit dem Stoff verkleidet, rund zehn lange Tischreihen werden aufgebaut, mit Läufern und Blumen geschmückt sowie mit Geschirr und Besteck bestückt. Die Tische mussten im Vorfeld bestellt werden, ebenso wie die Läufer, Geschirr und Besteck, das Catering, der DJ und der Fotograf.
Das war längst noch nicht alles, was die Abiturienten vorab zu erledigen hatten. Um in ihrer Schule feiern zu können, galt es erst mal, von der Stadt die Aula anzumieten. Dann schickten die Gymnasiasten noch Balleinladungen unter anderem an ihre ehemaligen Grundschullehrer und arbeiteten einen Zeitplan für die Feier aus. "Um 16 Uhr ist die Messe, später machen wir ein paar Fotos", erzählt Carolin. "Danach bekommen wir in der Aula unsere Abi-Zeugnisse, die Reden werden gehalten und es gibt etwas zu essen", ergänzt die 19-Jährige. Frühestens bis dahin will sie auf ihren elf Zentimeter hohen Absätzen aushalten, bevor sie vermutlich in die flacheren ebenfalls grauen Ersatzschuhe schlüpft, die nicht minder gut zu dem neuen indigo-blauen Kleid passen.
Im Internet hat Carolin das Kleid bestellt, ihre Mutter Ingrid half bei der Auswahl. "Wir haben es ziemlich schnell gefunden", sagt die Tochter. Trotzdem musste sie Geduld beweisen: Das gute Stück brauchte einen Monat, bis es in Gerkerathwinkel eintraf. "Alleine komme ich da gar nicht rein. Es ist wie ein enger Schlauch", sagt die 19-Jährige und lacht. Zum Anziehen braucht sie deshalb Mama Ingrids Hilfe. "Ich finde es gut, mal die Chance zu haben, mich so schick anzuziehen", erzählt Carolin. Das sei doch ein schöner Schlusspunkt für die Schulzeit. "Klar ist es schade, dass damit alles vorbei ist. Aber ich freue mich auch auf das, was danach kommt."
Ein halbes Jahr als au-pair-Mädchen in Frankreich kommt danach, anschließend folgen sechs Monate Australien. Im nächsten Winter will Carolin Luftverkehrsmanagement studieren und parallel dazu eine Ausbildung zur Luftverkehrskauffrau machen. Doch den Tag eins nach dem Abi-Ball verbringt sie in der Schule – und räumt die Aula auf.
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