Mönchengladbach: Abschied von Helmut Beyer
zuletzt aktualisiert: 02.02.2011Mönchengladbach (RPO). Fußballfans haben zuweilen ein gutes Gespür für die richtigen Worte. "Ein Stück Borussia ist von uns gegangen", hatten Borussias Anhänger auf ein Plakat geschrieben, das sie beim Spiel der Gladbacher in Frankfurt zeigten.
Gemeint war Borussias früherer Präsident Dr. Helmut Beyer, der am 24. Januar gestorben mit 85 Jahren war und gestern beerdigt wurde. Rolf Königs, der aktuelle Chef der Borussen, hatte ein Foto dieses Spruchbandes in die Franziskanerkirche mitgebracht und zeigte es der Trauergemeinde, als er seine Eloge auf das Lebenswerk Beyers hielt: "Borussia war nach seiner Frau seine zweite große Liebe", sagte Königs.
Er blickte hinüber zu Beyers Witwe Liesel, die mit ihrem Mann vor dessen Tod das derzeitige Borussen-Präsidium ab und an daheim zum Kaffee begrüßte, wie Königs berichtete. Er und die Vizepräsidenten Siegfried Söllner und Rainer Bonhof, der die Vereinsstandarte trug, gaben Beyer ebenso das letzte Geleit wie Karl-Heinz-Drygalski, der Beyer nach dessen Rücktritt 1992 als Präsident gefolgt war. Dr. Reinhard Rauball, Präsident der Deutschen Fußball-Liga, erinnerte in seiner Rede an sein erstes Treffen mit Beyer.
Das war 1979. "Er hat mit mir, der ich damals mit 32 Jahren gerade erst Borussia Dortmund übernommen hatte, gleich auf Augenhöhe gesprochen. Ich habe ihn und das, was er in Mönchengladbach geleistet hat, sehr geschätzt", sagte Rauball. Das passte zu dem, was Jupp Heynckes, der als Spieler und Trainer mit Beyer arbeitete und "immer einen sehr guten Kontakt" zu diesem hatte, über den Verstorbenen sagte: "Er hat sich nie in den Vordergrund gedrängt, war ehrlich und zielstrebig.
Wir hatten eine wunderbare Zeit." Heynckes ist einer aus der großen Zeit Borussias, die mit dem Namen Beyers eng verbunden ist: In den 1970er Jahren holte der Klub, den Beyer mit Helmut Grashoff und Dr. Alfred Gerhards (der Lorenz Hochheim später als Schatzmeister ersetzte) als "Dreigestirn" führte, fünf Meisterschaften, den DFB-Pokal und zweimal den Uefa-Cup. Aus der berühmten Fohlenelf waren Wolfgang Kleff, Herbert Wimmer, Herbert Laumen, Horst Köppel und Hans Klinkhammer da.
Borussen aus den 60er und 80er Jahren – zum Beispiel Friedhelm Frontzeck, Heinz de Lange, Gerd Schommen, Wilfried Hannes, Ulrich Sude und Frank Mill – waren ebenso gekommen wie die Ex-Trainer Wolf Werner und Bernd Krauss. Der aktuelle Trainer Michael Frontzeck, Torwarttrainer Uwe Kamps und Ex-Sportdirektor Christian Hochstädter begannen ihre Laufbahn ebenfalls in der Ära Beyer, zudem gehörten Sportdirektor Max Eberl, Teammanager Steffen Korell und Co-Trainer Manfred Stefes zur Trauergemeinde.
Auch Oberbürgermeister Norbert Bude und Sportdezernet Dr. Gert Fischer nahmen Abschied. Generalsekretär Wolfgang Niersbach vertrat den Deutschen Fußball-Bund. Der DFB, in dessen Liga-Ausschuss Beyer insgesamt dreimal tätig war, hat seinen Sitz in Frankfurt, dort, wo Borussia am Sonntag 1:0 siegte. Mit Trauerflor und in Gedenken an Dr. Helmut Beyer.
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