Mönchengladbach: Achtung, hier blitzt es!
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 14.10.2009Mönchengladbach (RPO). Jährlich erwischt es mehr als 12.000 Autofahrer. Sie bekommen ein Knöllchen, weil sie zu schnell an einem der elf Starenkästen vorbeirauschten. Knapp 300.000 Euro fließen so in die Stadtkasse, 1996 waren es 1,6 Millionen Mark.
Ortskundige wissen, wo sie auf die Bremse treten müssen. Deshalb sind die elf Starenkästen im Stadtgebiet schon lange keine sprudelnde Einnahmequelle mehr. Rund 300.000 Euro kommen jährlich zusammen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres waren es 214.554 Euro.
Nach Abzügen von Personal- und Reparaturkosten bleibe davon wenig übrig, sagt Stadtsprecher Walter Schröders.
Autofahrer passen besser auf
Das sah vor mehr als zehn Jahren noch ganz anders aus: 1996 flossen beispielsweise 1,6 Millionen Mark in die Stadtkasse, weil Autofahrer an der stationären Geschwindigkeitsüberwachung (so heißen die Starenkästen im Amtsdeutsch) geblitzt wurden und anschließend ein Knöllchen erhielten. Seitdem sind die Einnahmen kontinuierlich gesunken.
Starenkästen
Die Standorte Gartenstraße (Höhe Nordstraße), Gartenstraße (Höhe Steubenstraße), Theodor-Heuss-Straße (Höhe Brandenberger Straße), Theoder-Heuss-Straße (vor Hausnummer 44), Dahlener Straße (stadtauswärts), Kaldenkirchener Straße (stadteinwärts), Reststrauch (Richtung Rheydt), Waldnieler Straße (vor Hausnr. 233), Auf dem Damm (vor Hausnr. 31), Hohenzollernstraße (vor Hausnr. 214) und Neusser Straße.
"Das zeigt, dass die Starenkästen Wirkung zeigen", sagt Schröders. "Sie haben dazu geführt, dass die Autofahrer langsamer fahren."
Ein gutes Beispiel dafür ist die Geschwindigkeitsüberwachung an der Gartenstraße, Richtung Gladbach-Mitte). Bevor die Radarfalle dort aufgestellt wurde, hatte es in einem halben Jahr allein 24, zum Teil schwere Unfälle mit einem Sachschaden von 125.000 Euro gegeben. Mit der Geschwindigkeitsüberwachung kehrte Ruhe ein.
Zerstört werden die Starenkästen nach Angaben des Stadtsprechers übrigens selten. Vandalismus und Zerstörungswut beschränkte sich weitestgehend auf die ersten Jahre nach dem Aufbau der stationären Radarfallen (ab 1993). Damals schlugen Randalierende die Blitzlichter ein. Da muss der Ärger viele Kräfte freigesetzt haben.
Immerhin handelt es sich um Panzerglas. Heute richten sich die Aggressionen nur noch selten gegen die "stummen Geschwindigkeitskontrolleure". Walter Schröders: "In der Karnevalszeit hat ein Witzbold einmal das Blitzlicht rot angemalt und Luftschlangen über den Kasten gehängt." Ansonsten beschränkten sich die Schadensbeseitigungen in der Regel auf Reparaturarbeiten. So würden bei schlechtem Asphalt beispielsweise die Sensoren in der Straße leiden.
Nicht jeder blitzbereit
Die Starenkästen befinden sich vor allem an den stark befahrenen Straßen der Stadt. Wer von Gladbach nach Rheydt oder zurückfährt, könnte theoretisch gleich zweimal hintereinander geblitzt werden.
Denn an der Theodor-Heuss-Straße, die in die Gartenstraße übergeht, stehen in beiden Richtungen je zwei stationäre Geschwindigkeitsüberwachungen. Doch nicht jeder Starenkasten ist rund um die Uhr "blitzbereit". Weil es weniger Kameras als stationäre Überwachungsanlagen gibt, wird häufig gewechselt.
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