Mönchengladbach: Actionreifer Glamour
VON PHILIPP COENEN - zuletzt aktualisiert: 08.07.2009Mönchengladbach (RPO). Millionen teure Flitzer, eine schicke Gesellschaft und dreiste Diebe. Für einen Tag lang wurde das Haus Erholung zum Filmset für die Fernsehserie "Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei". Eine Geschichte über das kleine Monaco von Mönchengladbach.
Ja, wer schmatzt denn hier herum? Ein Bussi links, ein Bussi rechts, auf den High-Heels über den roten Teppich geschlendert, posen für den Fotografen. Und alles noch einmal. So sehr das Flair auch durch die eleganten Roben, dicken Wagen und den von Palmen umsäumten Eingang ans maritime Cannes oder ans noble München erinnern mag, befinden wir uns nicht auf einem Filmfestspiel, sondern sind noch in Mönchengladbach. Um genau zu sein, vor dem Haus Erholung, das zum Set einer Fernsehsendung wird. Denn dort dreht die Produktionsfirma der Fernsehserie "Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei" drei Szenen – was den ganzen Tag über dauert.
Die Serie
Sendezeit Donnerstags, um 20.15 Uhr, auf RTL. Die Herbststaffel beginnt am 3. September. In einer der Folgen ist der Dreh aus Gladbach zu sehen.
Produktion Die Firma action concept dreht "Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei".
Diebe stehlen die feinen Schlitten
Gut Ding will eben Weile haben – in der Filmsprache meint das: Das perfekte Bild muss im Kasten sein. Und dabei ist die Geschichte, die gerade gedreht wird, schnell erzählt: Ein Haufen reicher Leute fährt mit schnittigen Flitzern vor das Haus Erholung vor, wo eine Charity Gala stattfindet – Szene 1. Während sich die Kommissare Semir Gerkan (Erdogan Atalay) und Ben Jäger (Tom Beck) eine fettige Pommes in den Bauch schlagen und das Schaulaufen der Schönen und Reichen beobachten, bemerken sie, wie ein Parkhauswächter verletzt aus der Abtei-Tiefgarage stiefelt (Szene 2). Zum Höhepunkt: Die Motoren der schicken Flitzer heulen auf und rasen aus dem Parkhaus. Nur ihre Besitzer sitzen nicht hinterm Steuer, sondern eine Verbrecherbande. Die Polizisten nehmen die Verfolgung auf.
Mehr Mönchengladbach kommt in der Folge, die im Herbst ausgestrahlt wird, nicht vor. "Aber das macht nichts. Köln, Bonn, Düsseldorf, Mönchengladbach, das ist für die Zuschauer alles ein Sumpf. Wir sind nicht an Orte gebunden", sagt Maik Fickelscheer, Motivaufnahmeleiter der Film- und Stuntproduktions GmbH action concept. Der Dreh- und Angelpunkt der Serie spielt sich eh auf der Autobahn ab, weiß er. Doch für die Rahmenhandlungen sind besondere Orte wichtig. Und für ein Motiv muss er manchmal eine Weile lang suchen. Wie im Fall des Hauses Erholung. "Der Regisseur stellte sich eine alte Fassade mit modernen Autos vor. Etwas mit internationalem Flair, nicht typisch Deutsch", sagt Fickelscheer. Das Haus Erholung ist dafür perfekt. Auch durch die anliegende Tiefgarage, die auch für eine Szene benötigt wird. "Ein bisschen wie Monaco", sagt Fickelscheer.
Wohl aber nicht ganz so prätentiös. Denn bevor die beiden Hauptdarsteller das Set betreten, werden noch Verkehrsschilder abgeschraubt, durch Funkgeräte gebrabbelt, zur Not auch mal geschrien. Etwa 60 Leute kümmern sich um Licht, Ton, Requisite, der Kameramann muss durch die Gegend auf einem Kran geschwenkt werden, die Komparsen proben den richtigen Ablauf. Und währenddessen sitzen die Stars der Serie Erdogan Atalay und Tom Beck noch in ihren Campingwagen am Parkplatz des alten Hallenbades An der Flieschermühle und lassen sich die Fältchen abdecken.
Dann geht's auch für sie zur Sache. Schnell durch die Mitarbeiter gebusselt und etwas zur Stadt verraten: "In Mönchengladbach war ich mal bei einer Theateraufführung meiner bestern Freundin", sagt Tom Beck. Die Klappe fällt. Und Action.
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