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Mönchengladbach: Alarmknopf für Jugendamt

VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 09.07.2009

Mönchengladbach (RPO). Mitarbeiter vom Jugendamt haben immer häufiger mit aggressiven Kunden zu tun. Gewalttätige Übergriffe sind keine Ausnahmen. Ein Alarmsystem soll die Verwaltungsmitarbeiter schützen.

Alarmstufe rot: Per Knopfdruck können Mitarbeiter, die in eine gefährliche Situation geraten sind, über Computer einen Hilferuf losschicken. Mehr zum Thema unter www.rp-online.de/moenchengladbach Foto: RPO

Jedes Mal, wenn die 39-jährige Sozialarbeiterin in ihrer Küche die Schublade aufzieht und das Fleischermesser sieht, muss sie an den gewalttätigen Übergriff im Jugendamt denken.

Denn mit einem ähnlichen Messer wurde ihre Kollegin am 14. Januar in ihrem Büro von einer jungen Mutter bedrängt, die ihre Kinder zurück haben wollte. Die Mutter war außer sich vor Wut, schrie und hielt die Klinge immer wieder an den Hals und den Bauch der Kollegin.

"Ich habe versucht, die Angreiferin wegzuziehen, aber es ging nicht. Sie war wie starr", sagte die Jugendamtsmitarbeiterin, die zur Hilfe geeilt war, vor Gericht aus. Das Opfer des Angriffs muss Höllenqualen erlitten haben. Sieben Wochen war die Verwaltungsangestellte nach dem Übergriff krank geschrieben. Heute arbeitet sie nicht mehr im Jugendamt.

Beschimpfungen und Tätlichkeiten

Verbale Entgleisungen von Kunden im Jugendamt und Sozialamt sind keine Seltenheit. In den vergangenen Jahren haben sich aber auch die körperlichen Übergriffe vermehrt. Dass Mitarbeiter nach solchen Gewaltausbrüchen ins Krankenhaus mussten, ist auch schon vorgekommen.

Deshalb wird an solchen gefährdeten Arbeitsplätzen jetzt ein Alarmsystem installiert. "In den Büros in der Oberstadt sind die Arbeiten schon abgeschlossen, die übrigen werden zügig folgen", sagt Stadtsprecher Dirk Rütten. In Zukunft werden die Mitarbeiter, die in eine Notsituation geraten, über einen Knopfdruck Alarm auslösen können. Per Computer wird der Notruf "Vorsicht Gefährdung" weitergeleitet. So können die Kollegen schnell erkennen, wer in welchem Büro Hilfe braucht.

Das soll aber nicht die einzige Schutzmaßnahme sein vor Kunden, die gewalttätig werden. "Dort, wo es möglich ist, werden auch die Büros so umgeräumt, dass der Mitarbeiter die Möglichkeit hat, sich der Gefahrensituation zu entziehen", berichtet Dirk Rütten.

So werde zum Beispiel darauf geachtet, dass der Mitarbeiter auch eine Tür im Rücken hat, um fliehen zu können. Außerdem, so erklärt der Stadtsprecher, sollen die Mitarbeiter an speziellen Schulungen teilnehmen. So genannte Deeskalations-Kurse für Verwaltungsmitarbeiter hatte es auch schon nach dem brutalen Übergriff in der Bezirksverwaltungsstelle Giesenkirchen im Jahr 2004 gegeben.

Eine Mitarbeiterin des Sozialamtes war von einem Hilfe-Empfänger angegriffen worden. Im Streit schlug der Mann ihr ins Gesicht. Als er nach ihr trat, wich die Mitarbeiterin aus, stolperte, knallte mit dem Kopf gegen eine Schreibtischkante und musste verletzt ins Krankenhaus gebracht werden.

Quelle: RP

 
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