Mönchengladbach: Aldi: Kassiererin bekommt Abfindung
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 19.05.2010 - 21:20Mönchengladbach (RPO). Der für Donnerstag terminierte Termin vor dem Arbeitsgericht ist aufgehoben worden. Klägerin Tanja Seifert und Aldi haben schon Mittwoch einen Vergleich geschlossen. Über die Höhe der Abfindung wurde Stillschweigen vereinbart.
"Nicht Gegenstand des Vergleichs ist allerdings die Strafanzeige wegen Nötigung", sagte Tanja Seiferts Rechtsanwalt Guido Mevissen Mittwoch auf Nachfrage der Rheinischen Post. Die Klägerin beschuldigt den Leiter der Eickener Aldi-Filiale und den Bezirksleiter, sie hätten sie unter Druck gesetzt und genötigt.
Die 32-Jährige hatte sich geweigert, an einem Samstag deutlich länger zu arbeiten als ursprünglich vereinbart. Als Grund hatte die alleinerziehende Mutter angegeben, sie habe über die vereinbarte Zeit keine Betreuung für ihre beiden neun und 13 Jahre alten Kinder. Daraufhin soll der Aldi-Bezirksleiter die Verkäuferin gemeinsam mit dem Leiter der Eickener Filiale dazu genötigt haben, entweder einen Aufhebungsvertrag oder aber eine Eigenkündigung zu unterschreiben.
Die Mitarbeiterin weigerte sich, ging zur Polizei und erstattete Anzeige gegen den Chef der Eickener Filiale und gegen den Aldi-Bezirksleiter. Daraufhin erhielt sie prompt die Kündigung. "Die Strafanzeige meiner Mandantin liegt nach wie vor bei der Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft", sagte Guido Mevissen. "Dort wird entschieden, ob Klage erhoben wird oder nicht." Der Rechtsanwalt geht davon aus, dass das Ermittlungsverfahren zur Anklage gegen die beiden Beschuldigten führen wird.
In einem ersten Gütetermin hatte der Arbeitgeber von Tanja Seifert gefordert, ihre Strafanzeige zurückzuziehen. Darauf hatte sie sich nicht eingelassen. Immerhin soll es einen Zeugen geben, der die Gespräche zwischen ihr und ihren Vorgesetzten mithörte. Das Arbeitsverhältnis ist gelöst.
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