Mönchengladbach: Alle Busse stehen Donnerstag still
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 02.02.2010 - 19:37Mönchengladbach (RPO). Die 196 NVV-Busse bleiben am Donnerstag im Depot. Der Grund: Warnstreik im öffentlichen Dienst. 150.000 Menschen, die sonst öffentliche Verkehrsmittel nutzen, sind betroffen. Vitusbad und Schlossbad machen zu.
Am Donnerstag werden 150.000 Fahrgäste vergebens auf ihre Busse warten. Und Besucher des Vitusbades an der Breitenbachstraße und des Schlossbads Niederrheins in Wickrath werden vor verschlossenen Türen stehen.
Die Gewerkschaft Verdi hat zum Warnstreik aufgerufen. Betroffen ist davon auch die Niederrheinische Versorgung und Verkehr (NVV). Das heißt: Ab 4.30 Uhr bis nach Mitternacht, also am frühen Freitagmorgen, wird kein einziger der 196 Linienbusse das Gelände an der Rheinstraße verlassen. 49 Linien kreuz und quer durch das gesamte Stadtgebiet werden nicht befahren, das entspricht insgesamt 922,7 Kilometer.
Tarifverhandlungen Nachdem am Montag die zweite Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst ergebnislos beendet wurde, will die Gewerkschaft Verdi Druck machen.
Arbeitgeber Die Arbeitgeberseite hat bisher keinerlei Angebot vorgelegt.
Verdi fordert in der Summe fünf Prozent mehr für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst.
14.000 bis 15.000 Schüler betroffen
Davon betroffen sind auch etwa 14.000 bis 15.000 Schüler, die weder zu den Schulen noch nach Hause transportiert werden. Auch die Fahrten zwischen den Schulen und Sportstätten und Hallenbädern fallen flach.
„Wir können keine Ersatzbusse einsetzen, weil uns erstens die Fahrer fehlen und zweitens die Zentrale Betriebsleitstelle bestreikt wird”, sagte gestern Helmut Marmann. Der Pressesprecher der NVV hat ausgerechnet, dass von den Bäderschließungen am Donnerstag etwa 1400 Personen betroffen sind. 1000 Schwimmer wären normalerweise an diesem Tag im Vitusbad davon ein Drittel Schüler und 400 im Wickrather Hallenbad.
„Die Kurse, die normalerweise an diesem Tag stattfinden würden, werden schnellstmöglich nachgeholt”, verspricht die NVV. Es handelt sich um Babyschwimmen, Aqua- und Rückenfit-Kurse. Der Versorger hat aber auch beruhigende Nachrichten: Strom-, Wasser- und Gasversorgung sind vom Warnstreik am Donnerstag nicht betroffen.
Die Störmeldenummern sind an diesem Tag zu den üblichen Zeiten besetzt. Und: Der Streik betrifft nur den Donnerstag, am Freitag sollen die Busse wieder rollen, und die Bäder werden zu den gewohnten Zeiten offen sein.
Die Gladbacher Schulleiter wissen, was der Streik für viele ihrer Schüler bedeutet. Eine große Zahl benutzt den öffentlichen Personennahverkehr. Beispiel: Gemeinschaftsgrundschule Beckrath. „Unsere Schüler kommen aus einem großen dörflichen Umfeld”, sagte Schulleiterin Brigitte Dziuba auf Nachfrage der RP.
„Wahrscheinlich wird der Streik etliche unserer 280 Mädchen und Jungen betreffen.” Viele Eltern seien nicht motorisiert oder hätten schlichtweg keine Zeit, die Kinder zur Schule zu bringen und sie wieder abzuholen. Das Hugo-Junkers-Gymnasium in Rheydt besuchen 800 Schüler aus dem gesamten Stadtgebiet. „Viele davon kommen mit dem Bus”, sagt Schulleiter Wolfgang Bremges. „Wir überlassen die Entscheidung, ob die Kinder zur Schule kommen oder nicht, den Eltern.”
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