Mönchengladbach: Alte Rechnungen: Stadt muss Millionen eintreiben
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 09.07.2010Mönchengladbach (RPO). Rund 45 Millionen Euro bekommt die Stadt noch von Firmen und Privatleuten, die Gebühren oder Steuerbescheide bislang nicht bezahlt haben. Dieses Geld systematischer einzutreiben, hat die Unternehmensberatung Rödl & Partner der Stadt schon vor fast drei Jahren empfohlen.
Auch im Sparplan der Stadt ist das Forderungsmanagement seither ein Thema. Doch Ergebnisse gibt es noch nicht – und wird es auch erst im kommenden Jahr geben, wie Kämmerer Bernd Kuckels der RP auf Anfrage erklärte.
Der von der CDU in der jüngsten Ratssitzung geäußerte Vorwurf, in der millionenschweren Angelegenheit sei derweil nichts passiert, ist aber nach Überzeugung Kuckels falsch. Eine Projektgruppe arbeite an einem Konzept, auch mit Hilfe externer Berater. "Doch das Thema ist ausgesprochen komplex. Das geht leider nicht von heute auf morgen", sagt Kuckels. Vieles scheitere allein schon an der unzureichenden EDV-Ausstattung der Stadt.
Schließlich müssten sämtliche Forderungen bewertet werden: Wo verfallen möglicherweise Fristen, weswegen eine schnelle Mahnung nötig ist? Wo geht es um besonders viel Geld? Wo lohnt sich der Aufwand nicht, weil säumige Firmen längst insolvent sind? All dies weiß die Stadtverwaltung bislang nicht – und will ein System entwickeln, das Antwort auf diese Fragen gibt. Nicht einmal eine einheitliche Adresskartei derjenigen, von denen die Stadt noch Geld bekommt, gibt es. "Durch Neuregelungen ist das Einwohnermelderegister leider nicht mehr so aussagekräftig wie früher", erläutert Kuckels. Letztlich muss die Stadt also erst einmal ihre Stammdaten pflegen.
Kuckels warnt vor übertriebenen Erwartungen. Die etwa gleich große Stadt Wiesbaden habe seine Ausstände dank neuem Forderungsmanagement um fünf Millionen Euro reduziert. Das Geld sei auch nicht in Gänze gewonnen, sondern zum Teil nur früher gezahlt. "Das allerdings hilft uns, Kreditzinsen zu sparen", so Kuckels.
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