Mönchengladbach: Altenheime: Ampel will Bericht der Verwaltung
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010Mönchengladbach (RPO). In der kommenden Woche, am Dienstag, 14. September, trifft sich der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Senioren. Auf der Tagesordnung werden die Mitglieder einen Antrag finden, der gemeinsam von den Fraktionen der SPD, der Grünen und der FDP formuliert wurde.
Darin verlangt die Ampel Aufklärung über die unlängst bekannt gewordenen Mängel in Altenpflegeheimen. "Die Verwaltung wird beauftragt, dem Ausschuss detailliert über ihre Erkenntnisse zu den Vorgängen zu berichten und spätestens zur nächsten Sitzung des Ausschusses am 2. Dezember einen schriftlichen Bericht über die Hintergründe und Folgen der Vorkommnisse vorzulegen", heißt es in der Antragstellung.
Vom Geschäftsführer getrennt
Nachdem eklatante Pflegemängel im Caritas-Altenheim Giesenkirchen öffentlich geworden waren, hatten sich Polizei und Staatsanwaltschaft eingeschaltet. In 34 Fällen wird in Einrichtungen unterschiedlicher Träger ermittelt.
Der Caritasverband trennte sich Ende Juli von ihrem Geschäftsführer Otto Nieswand, und in der Giesenkirchener Einrichtung übernahm die Unternehmensberatung Contec das Management. Der Vertrag mit der externen Beraterfirma läuft am 15. September aus.
Die Antragsteller wollen insbesondere wissen, welche Einrichtung derzeit von der Staatsanwaltschaft überprüft werden. Und weiter wird gefragt: Aus welchen Gründen wurden die Pflegemängel nicht oder nicht früher von der Heimaufsicht festgestellt? Wie sind die Kontrollaufgaben zwischen Heimaufsicht und dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) voneinander abgegrenzt? In welcher Form und in welchem Turnus erfolgen eine Vernetzung und ein Informationsaustausch der beiden Institutionen?
Schon lange, bevor die skandalösen Vorfälle öffentlich wurden, hatten Angestellte, Angehörige von Altenheim-Bewohnern und betreuende Ärzte Alarm geschlagen. Das Amt für Altenhilfe und der MDK gaben sich zeitweise im Giesenkirchener Altenheim die Klinke in die Hand. Die Stadt versicherte lange, es gebe keinen Grund für Beanstandungen. Erst als Angehörige zur Polizei gingen und der öffentliche Druck immer größer wurde, hatten Caritas und Stadt reagiert.
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