Mönchengladbach: Alter Markt: Wird der Asphalt aussehen?
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 06.12.2007Mönchengladbach (RPO). Nur mit heftigem Bauchweh stimmte die Bezirksvertretung Stadtmitte gestern dem Vorschlag der Verwaltung zu, das Pflaster auf dem Alten Markt gegen Asphalt auszutauschen.
Damit will die Stadt einen langwierigen und wohl wenig aussichtsreichen Rechtsstreit mit der Baufirma beenden. Die ist nach Meinung von Gutachtern nicht Schuld daran, dass das damals 1,5 Millionen Mark teure Pflaster schon nach wenigen Monaten hinüber war. Nun soll nach Karneval Asphalt gelegt werden und Split darüber gestreut werden.
Die Farbe ist anders
Fest steht: Das wird anders aussehen als die Natursteine rund um den Alten Markt. Weswegen die Bezirksvertreter – gegen die Stimme der FWG – auch nur vorläufig zustimmten. Erst wollen die Kommunalpolitiker eine Probe des neuen Belags sehen. Der wird sich nicht unbedingt wegen der fehlenden Fugen von der Umgebung abheben. Es ist wohl in erster Linie die dunklere Farbe, die auffallen wird.
Planungsdezernent Helmut Hormes übernahm in der Sitzung die Verantwortung für die Fehlentscheidung, die 2001 getroffen wurde. Die NVV habe die Verhandlungen nur im Auftrag der Stadt geführt. „Die Verwaltung hat der Politik eine Entscheidung empfohlen, die sich jetzt als falsch herausgestellt hat“, so Hormes. Damals legte der Dezernent sein Hauptaugenmerk darauf, dass das Pflaster gut aussieht. Gutachter versicherten nach Tests im Labor: Der Belag hält auch dem starken Busverkehr stand.
Eine teure Fehleinschätzung. Nachdem die ersten Risse zu sehen waren, forderte die Stadt von der Arbeitsgemeinschaft der Firmen Kreuder/Raeder 440 000 Euro. Doch das Gericht ließ in erster Instanz keinen Zweifel. Selbst wenn beim Verlegen Fehler passiert sein sollten – der Stein hätte so oder so nicht halten können.
Dieses Urteil will die Stadt nun nicht anfechten. Stattdessen will sie einen Vergleich mit der Baufirma. Danach stellt die Stadt das Material, die Arbeitsgemeinschaft berechnet nichts für das Verlegen. Das kostet die Stadt etwa 80 000 Euro plus 6 000 Euro für Gerichtskosten. Zwei Wochen sollen die Arbeiten dauern. In dieser Zeit wird die Straße komplett gesperrt sein – auch für die Busse.
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