Mönchengladbach: Ambiente: So geht's weiter
VON GARNET MANECKE - zuletzt aktualisiert: 13.07.2010Mönchengladbach (RPO). Peter Boveleth hat das insolvente Modelabel Ambiente wieder übernommen. Der Unternehmer will mit gezieltem Vertrieb die Premiummarke stärken. Die Outlets werden geschlossen, zwei Drittel der Belegschaft kann bleiben.
Jetzt ist er also wieder zurück. 1985 hat Peter Boveleth zusammen mit seinem Bruder Michael das Mode-Label Ambiente gegründet. Nach 20 Jahren stieg der 51-Jährige aus und verkaufte seine Anteile an seinen Bruder. Als das Mönchengladbacher Unternehmen Ende Mai Insolvenz anmelden musste, stieg Peter Boveleth wieder in den Familienbetrieb ein.
Umsatzeinbrüche von bis zu 80 Prozent im Export, Warenüberhänge in Millionenhöhe, defizitäre Outlets und die Kürzung der Kreditlinien haben das Unternehmen in eine Schieflage gebracht. Als Peter Boveleth in das Unternehmen einstieg hatte der Insolvenzverwalter bereits allen 39 Mitarbeitern die Kündigung ausgesprochen.
Umsatzeinbrüche bis zu 80 Prozent
"Ich bin überzeugt, dass Ambiente als Premiummarke eine Zukunft auf dem internationalen Markt hat", sagt Peter Boveleth. "Sonst wäre ich nicht angetreten." Um diese Zukunft zu sichern, hat er die Unternehmensstrukturen den wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst. 23 der gekündigten Mitarbeiter haben einen neuen Vertrag erhalten. Dazu werden zehn der bisher 18 Aushilfen das Unternehmen weiter begleiten.
Mit Peter Boveleth steht wieder ein kühler Rechner und Vertriebsspezialist an der Spitze des Unternehmens. Neben ihm gehören seine Frau Anke Boveleth und als kaufmännischer Leiter Thomas Werner zur Geschäftsführung des Unternehmens. Michael Boveleth konzentriert sich als Creative Director in Zukunft auf die Entwicklung der Modekollektionen.
Die Zielrichtung ist klar: Ambiente soll wieder als eine der führenden Premiummarken im Modemarkt positioniert werden. Die Vertriebsaktivitäten werden intensiviert. Weltweit bringen 15 Handelsagenturen Ambiente-Mode aus Mönchengladbach in hochpreisige Boutiquen. Dabei rechnet Boveleth für die Zukunft auch mit Synergie-Effekten mit seiner Kommunikations-Agentur BC & C, die er 2006 gemeinsam mit seiner Frau Anke gegründet hat. Die Agentur ist auf die Markenkommunikation und den Vertrieb hochwertiger Lifestyle-Marken wie Furore Leder und die Kaschmir-Kollektionen von White T spezialisiert. Die defizitären Ambiente Outlets passen nicht mehr in das Konzept der Luxus-Marke. "Dieses Geschäft ist für unsere Branche eine kontraproduktive Entsicklung", bekräftigt Boveleth. "Wir leben von hochwertigen Händlern, die die Waren gezielt einkaufen und ihre Kunden sehr gut beraten. Warum sollten wir denen Konkurrenz machen?". Zudem verlöre die Marke durch die Outlets an Exklusivität.
Exklusivität als Verkaufsargument
Gerade Exklusivität aber ist eines der wichtigsten Verkaufsargumente für die Kunden. Denn wie Unternehmerkollegen aus anderen Branchen sieht auch Boveleth im Premium-Segment viel Raum für gute Geschäfte. Rückenwind bekommt Boveleth durch die positive wirtschaftlichen Entwicklung der Absatzmärkte. "Die Situation hat sich deutlich entschärft", stellt der Unternehmer fest. "In Russland wird wieder gekauft und auch in Griechenland ist der wirtschaftliche Aufschwung spürbar."
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.



