Mönchengladbach: Amok-Warnung an vielen Schulen gar nicht möglich
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 17.03.2009Mönchengladbach (RPO). Die Umsetzung von Notfallplänen bei Amokläufen könnte an Mönchengladbacher Schulen alleine an fehlenden technischen Voraussetzungen scheitern. Denn eine möglicherweise lebensrettende Warnung an die Klassen per Lautsprecher ist oft nicht möglich, weil entsprechende Anlagen nicht vorhanden sind. Und für eine flächendeckende Nachrüstung "fehlt der Stadt schlichtweg das Geld", sagte Wolfgang Speen, Leiter der städtischen Pressestelle, gestern.
"Ela" oder Klingelton?
Beim Winnender Amoklauf hatte der Konrektor der Schule eine verschlüsselte Warnung durchgegeben, worauf einige Lehrer ihre Klassen abschlossen. In Mönchengladbach käme eine solche Alarmierung oftmals gar nicht an, weil Lautsprecheranlagen defekt oder überaltert sind – wie zum Beispiel in der Hauptschule Rheindahlen und im Schulzentrum Neuwerk. "Zurzeit wird bei der Stadt ein Gebäudekataster erstellt, in dem festgehalten wird, welche Schulen welche Warnanlagen besitzen und in welchem Zustand sich diese befinden", berichtete Speen. Damit sei auch schon vor Winnenden begonnen worden. Wie viele Schulgebäude überhaupt eine funktionierende Lautsprecheranlage besitzen, konnte der Stadtsprecher gestern nicht sagen. Schließlich gebe es über 100 Schulen im Stadtgebiet.
Derzeit stehen zwei unterschiedliche Instrumente zur Alarmierung bei Amokläufen zur Verfügung: eine moderne elektroakustische Anlage, kurz Ela, und eine Klingeltonanlage. Bei der Stadt wird Ela favorisiert. Die Gesamtschulen Hardt und Mülfort besitzen eine solche Anlage, die neue Grundschule Venn auch. "Eigentlich ist Ela für alle Schulen wünschenswert. Deshalb wurden und werden die neuen Gebäude auch damit ausgestattet", sagte Speen. In älteren Schulen muss man sich im Notfall mit codierten Klingeltönen behelfen. Doch das ist nicht so einfach, gibt auch der Stadtsprecher zu. Denn die verschiedenen Codes müssen einstudiert werden. Es gibt nicht wenige Lehrer, die befürchten, dass ihre Schüler eine Amok-Warnung mit einem Feueralarm verwechseln und schnurstracks aus dem Klassenzimmer laufen.
Einigen Schulen könnte das Konjunkturpaket II zu einer elektroakustischen Anlage verhelfen. "Wird die Schule auf die Sanierungsliste gesetzt, denken wir mit Sicherheit darüber nach", erklärte der Stadtsprecher.
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