Mönchengladbach: Amokschütze ist nicht verhandlungsfähig
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 02.02.2010Mönchengladbach (RPO). Der Prozess gegen den 72 Jahre alten Rentner, der im August bei einem Amoklauf in Schwalmtal-Amern drei Menschen erschossen und den Giesenkirchener Ratsherrn Bernd Püllen schwer verletzt haben soll, ist verschoben.
Wie Joachim Banke, Sprecher des Mönchengladbacher Landgerichts, mitteilte, ist der wegen dreifachen Mordes und Mordversuches angeklagte Mann erkrankt.
Seit knapp drei Wochen liege der 72-Jährige im Justizkrankenhaus in Fröndenberg, berichtete sein Rechstanwalt Michael Rost. Dort sei der Angeklagte am vergangenen Freitag mittels Katheter am Herzen untersucht worden. Danach habe man ihn als nicht verhandlungsfähig erklärt.
Der Prozessauftakt, der für heute geplant war, ist nun erst einmal auf den 17. Februar verlegt worden. Bis dahin, so Rost, müsse geklärt werden, ob sein Mandant nicht längerfristig verhandlungsunfähig ist. Der Anwalt: "Es könnte sich auch herausstellen, dass er pro Prozesstag nur ein bis zwei Stunden an der Verhandlung teilnehmen kann." Untersucht werden müsse außerdem noch die Frage der Schuldfähigkeit. Derzeit werde ein psychiatrisches Gutachten erstellt.
Für die Staatsanwaltschaft ist der Mann voll schuldfähig und gefährlich. Weil seine Taten wie "Hinrichtungen" erschienen, wird für ihn eine zusätzliche Sicherungsverwahrung angestrebt. Hintergrund des kaltblütigen und hinterhältigen Verbrechens, so die Staatsanwaltschaft, ist ein Familienstreit um das Haus der 44-jährigen Tochter des Angeklagten.
Vor der drohenden Zwangsversteigerung griff der Mann zur Waffe. Wie der 72-Jährige in Vernehmungen sagte, habe er mit der Bluttat "ein Zeichen" setzen wollen, dass man so mit ihm und seiner Familie nicht umgehen könne. Für den Prozess sind elf Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll frühestens im April verkündet werden.
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