Mönchengladbach: Angehörige lernen die häusliche Pflege
VON MICHAELA FEIT - zuletzt aktualisiert: 17.11.2010Mönchengladbach (RPO). Menschen, die ehrenamtlich einen Angehörigen, Freund oder Bekannten pflegen, fühlen sich häufig alleingelassen oder zweifeln an ihrer Kompetenz. Eine Besserung dieser Situation durch spezielle Pflegekurse haben sich die AOK Regionaldirektion Niederrhein und die Katholische Bildungsstätte für Gesundheits- und Pflegeberufe (KBS) vorgenommen.
"Allein die AOK Mönchengladbach erhält pro Monat 150 bis 200 Pflegeanträge und mehr als die Hälfte der Antragsteller möchten gerne zu Hause gepflegt werden. Daran zeigt sich, wie groß der Bedarf nach häuslicher Pflege ist", erklärt Heinz Frohn, Regionaldirektor der AOK.
Frühzeitig informieren
Vor diesem Hintergrund sei das gemeinsame Seminar ein wichtiger Schritt, den Hilfesuchenden direkt an die Hand zu nehmen und ihn an die KBS weiterzuvermitteln. Denn meist tritt die Pflegebedürftigkeit bei älteren Menschen plötzlich ein, so dass sich Bekannte oder Verwandte frühzeitig informieren und schulen lassen sollten. Tanja Berschick, Teamleiterin der häuslichen Krankenpflege (AOK) erläutert zudem: "Die medizinischen Kurse, die in der KBS angeboten werden, sind vollkommen unabhängig vom Pflegeantrag, also auch wenn die Interessierten noch keinen gestellt haben, dürfen sie selbstverständlich daran teilnehmen. Die Teilnahme ist kostenlos und auch Nicht-Mitglieder der AOK sind herzlich willkommen."
Die angebotenen Abendkurse sind in fünf Module unterteilt: Pflegeversicherung, Bewegung, Ernährung, Körperpflege und Altersdemenz. "Es ist nicht zwingend notwendig, dass alle Module belegt werden, falls sich jemand nur zu einem bestimmten Bereich informieren will", erklärt Gabriele Ehlig, eine der Lehrerinnen der KBS. Die angebotenen Kurse werden alle von geschulten Lehrern durchgeführt, die einen pädagogischen, therapeutischen und/oder medizinischen Hintergrund haben. "Uns ist am wichtigsten, dass die Bedürftigen die richtige Pflege erhalten, dass aber die Methoden gleichzeitig praktikabel für die Helfer sind", verdeutlicht Ehlig.
"Wir wissen aus Befragungen, dass rund 90 Prozent der Menschen zu Hause sterben wollen - leider sieht die letztendliche Realität derzeit noch anders aus. Deshalb ist gerade in Hinblick auf den Fachkräftemangel und die Prognose, dass die Pflegebedürftigkeit bis 2025 um 46 Prozent zunehmen wird, die Schulung der Angehörigen um so wichtiger", erklärt Thomas Kutschke, Schulleiter und Geschäftsführer der KBS.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







