Mönchengladbach: Ansturm auf Hundelobby
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 21.01.2009Mönchengladbach (RPO). 530 Mitglieder hat die "Hundelobby" in nur vier Monaten gewonnen. Die Interessengemeinschaft setzt sich für Freilaufflächen in der Stadt ein. Und für ein gutes Miteinander von Hundefreunden und Menschen ohne Vierbeiner. Unterstützt wird sie von Ex-Borussentorwart Wolfgang Kleff.
Wolfgang Kleff mag Hunde. Und Menschen. Und damit sich beide zunehmend besser verstehen, hat sich der Ex-Torwart der Borussia zum Fürsprecher der "Hundelobby" gemacht. "Mein letzter Hund hieß Bonny", erzählt er. "Ein Bernhardiner, super lieb und eine gewichtige Schönheit." Kleff weiß aus Erfahrung, wie wichtig es ist, dass Hunde artgerecht gehalten werden und ausreichend Auslauf haben. "Deshalb fällt es mir nicht schwer, mich für die Hundelobby und Freilaufflächen einzusetzen."
Die Interessenvertretung hat innerhalb kürzester Zeit mehr als 500 Mitglieder gewonnen, obwohl sie bisher in der Öffentlichkeit noch nicht aufgetreten ist. Allein durch Mundpropaganda und die Homepage www.hundelobby-mg.de wurde bei Gladbachs Hundefreunden das Interesse geweckt. "Die politischen Parteien beneiden uns schon um unsere Mitgliederzahlen", sagt der Vorsitzende Gerd Gröne-Gormanns. "Jeden Tag kommen zehn bis 15 neue dazu." Gestern präsentierte die Hundelobby ihre bisherige Arbeit und wagte einen optimistischen Blick in die Zukunft.
Vorrangiges Ziel sind Freilaufflächen in jedem Stadtbezirk. "Gerade für ältere Menschen, die in der Stadt leben, ist es wichtig, in der Nähe eine Hundewiese zu haben", sagt Marion Hobler. Die Hundetrainerin hat auch gleich ein paar Vorschläge: "Teile des Schmölderparks, im Rheydter Stadtpark und im Bresgespark wären für solche Flächen sinnvoll. Aber auch brachliegende Grundstücke bieten sich an." In Mönchengladbach gibt es bisher keine einzige Hundewiese. und Leinenzwang ist grundsätzlich vorgeschrieben. Nur auf Wirtschaftswegen dürfen Hunde frei laufen. "Davon haben die Städter nichts", sagt Vorstandsmitglied Gerhard Teichert. Und andere Städten würden ganz anders vorgehen.
"Neuss hat fünf Freilaufflächen, Krefeld hat acht, Düsseldorf 29 und Köln sogar 84 Hundewiesen – jeweils verteilt auf das Stadtgebiet." Die Stadt Mönchengladbach stelle sich mit dem Argument quer, Hundewiesen seien zu teuer. "Das ist Blödsinn", sagt Gerhard Teichert. "Die Flächen müssen nicht mal eingezäunt werden, es reicht eine amtliche Bekanntmachung. Wenn die Stadt will, kann sie auch Schilder aufstellen, die müssen dann aber keine 3000 Euro kosten." Immerhin bezahlen die etwa 11 000 Hundebesitzer jährlich 1,3 Millionen Euro Hundesteuer. "Dafür bekommen wir nichts", sagt Teichert. "Im Gegenteil, wir werden verfolgt und gedemütigt." Folgende Geschichte sei gerade neulich passiert: "Eine Rheydter Geschäftsfrau führte abends ihren kleinen Hund auf der Hauptstraße aus. Die Leine verhedderte sich an einem Laternenpfahl. Als die Dame ihren Hund von der Leine löste, um ihn zu befreien, waren sofort drei Ordnungshüter da und wollte sie zu einem Bußgeld verdonnern." Die Hundebesitzerin wehrte sich erfolgreich.
Die Hundefreunde erwarten von der Stadt Freilaufflächen. Aber das tun sie nicht ohne Gegenleistung. "Wir können Hundetraining zu Sonderpreisen anbieten, und wir wollen mit unseren Tieren in Kindergärten und Schulen gehen, um den Kindern und Jugendlichen den richtigen Umgang mit den Hunden zu vermitteln", sagt Marion Hobler. Und Patenschaften für Abfallbehälter in den Parks bieten sie außerdem an. "Denn wir möchten ja die Hinterlassenschaften unserer Hunde ordnungsgemäß entsorgen."
Am 29. Januar lädt die Hundelobby zu ihrer ersten Hauptversammlung ein. Die beginnt um 19 Uhr in der Kaiser-Friedrich-Halle. Nichtmitglieder und Nicht-Hundebesitzer sind eingeladen.
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