Mönchengladbach: Antworten aus dem TV-Duell
VON SVEN DURGUNLAR - zuletzt aktualisiert: 21.09.2009 - 21:30Mönchengladbach (RPO). Die Bundestagskandidaten Dr. Günter Krings (CDU) und Hermann-Josef Krichel-Mäurer (SPD) stritten am Montagabend auf Cityvision um die beste Politik für Deutschland. Besonders deutlich wurden die Unterschiede bei Familien- und Wirtschaftspolitik. Wir geben die wichtigsten Positionen wieder.
Einer von ihnen bekommt auf jeden Fall ein Ticket nach Berlin. Bei den Bundestagswahlen am Sonntag entscheiden die Mönchengladbacher Wähler, ob Dr. Günter Krings oder Hermann-Josef Krichel-Mäurer das Direktmandat gewinnt und somit auf jeden Fall in den Deutschen Bundestag einzieht. Beim TV-Duell auf dem Lokalsender Cityvision, das am Montagabend ausgestrahlt wurde, lieferten sich beide Kandidaten einen harten, aber fairen Wettstreit um die beste Politik für unser Land.
Kinderbetreuung Sollte die Betreuung im Kindergarten kostenfrei sein? Und sollte es für Eltern, die ihre Kinder nicht in den Kindergarten schicken, ein Elterngeld geben? „Die Wahlfreiheit ist ein Fehler”, sagte Krichel-Mäurer. Mit dem Geld könnten einkommensschwache Familien dazu angeregt werden, ihre Kinder zuhause zu behalten, um das Geld zu bekommen. Das wertet Günter Krings anders. Auch für die Mittelschicht, die die Gesellschaft trage, müsse es Entlastung geben. Es sei legitim, wenn sich Eltern entschieden, ihre Kinder daheim zu betreuen, so Krings. Krichel-Mäurer kritisierte, dass Düsseldorfer Eltern im Gegensatz zu den Mönchengladbachern keine Kindergartenbeiträge zahlen müssen.
Die Kandidaten
Günter Krings sitzt seit sieben Jahren für die CDU im Bundestag. Der gebürtige Gladbacher ist seit 2004 Lehrbeauftragter für Staatsrecht an der Uni Köln.
Hermann-Josef Krichel-Mäurer ist Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Mönchengladbach. Er wohnt seit 17 Jahren in Mönchengladbach und arbeitet seit 2004 für das Polizeipräsidium Düsseldorf.
Wirtschaftskrise Krings will sich für weiter eine mittelstandsorientierte Politik einsetzen, weil dies besonders vielen Firmen in Mönchengladbach zugute komme. Krichel-Mäurer griff seinen Kontrahenten persönlich an: „Ich habe Herrn Krings wenig gesehen bei den Gladbacher Firmen, die wirklich Hilfe benötigen.”
Manager-Gehälter Wenn der Staat einer Bank finanziell hilft, muss er auch Einfluss auf die Manager-Gehälter ausüben dürfen, argumentiert Krings. Zudem sollten die Gehälter der Chefetage jeweils von der Hauptversammlung der Unternehmen genehmigt werden müssen. Krichel-Mäurer setzt sich für strikte Begrenzungen der Manager-Gehälter ein. „Wenn Banken gerettet werden wollen, weil sie Geld verzockt haben, geht das nicht ohne Gegenleistung.”
Videoüberwachung Krichel-Mäurer hält die Kameraüberwachung von öffentlichen Plätzen für ein Zeichen von Hilflosigkeit. „Damit verdrängen wir die Probleme aus der Innenstadt in die Außenbereiche.” Krings argumentiert, dass es nicht genug Streifenpolizisten gebe, um auf die Kameras zu verzichten. Es gehe nicht allein um Abschreckung, sondern auch darum, Stratftäter dingfest zu machen.
Steuersenkungen Krings setzt sich gegen weitere Steuerbelastungen ein. „Die Steuern werden nicht erhöht”, sagt Krings. Geld, um den Staatshaushalt zu sanieren, soll durch größeres Wirtschaftswachstum und Bürokratieabbau in die Staatskasse fließen. Krichel-Mäurer will die Steuern für Vielverdiener (ab 125 000 Euro Jahreseinkommen pro Singlehaushalt) erhöhen, dafür den Eingangssteuersatz senken. Die geplanten zwei Prozent Steueraufschlag auf Spitzengehälter sollen zugleich ein „Bildungssoli” sein.
Afghanistan „Die Entscheidung, die Bundeswehr nach Afghanistan zu schicken, war richtig”, sagt Krings. Ein überstürzter Abzug der Truppen sei ein gefährliches Signal an die Taliban. Krichel-Mäurer kritisiert dagegen, dass in Afghanistan noch zu wenig Polizisten ausgebildet worden sind, damit das Land sich wieder selbst helfen kann. „Es wurde erst viel zu spät überlegt, was nach dem Einmarsch kommt.”
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