Mönchengladbach: Apotheker hatte Kokain in der Hosentasche
VON INGRID KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 26.03.2009Mönchengladbach (RPO). Weil die Polizei bei einer Wohnungsdurchsuchung eines Apothekers in dessen Hosentasche etwa 15 Gramm Kokain gefunden hatte, musste sich der 74-Jährige gestern vorm Schöffengericht wegen unerlaubten Besitzes von Rauschgift verantworten.
Nach einer anonymen Anzeige war der Angeklagte im August 2007 in Verdacht geraten. Für die Behörde war der Mönchengladbacher kein Unbekannter. Schließlich war er im Juni 2005 unter anderem wegen Erwerbs und Abgabe von Betäubungsmitteln zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Deshalb ließ die Durchsuchung der Wohnung nicht lange auf sich warten. Und die Beamten wurden fündig. Vergeblich hatte der Angeklagte das Kokain aus einem Karton genommen und in seiner Hosentasche versteckt. Als sich der 74-Jährige gegen den Zugriff auf das Versteck wehrte, brachten ihn die Beamten zu Boden. "Die haben mir den Arm verdreht", beschwerte sich der Angeklagte vor Gericht. Den Besitz des Kokains gab er zu: "Aber das besitze ich bereits seit sieben Jahren." Kokain nehme er nicht mehr. Als eine Art Medikament habe er das Rauschgift aufbewahrt. Die ebenfalls angeklagte Widerstandsleistung gegen die Polizisten stellte das Gericht ein. Eine psychiatrische Sachverständige attestierte dem Angeklagten, der seit Jahren an einer schweren Depression leide, verminderte Schuldfähigkeit. Der Angeklagte soll sich mit Mitteln aus seiner Apotheke selbst behandelt und Kokain als Stimmungsaufheller genommen haben. Am Ende verurteilte ihn das Gericht wegen Drogenbesitzes zu 14 Monaten Haft ohne Bewährung.
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