Mönchengladbach: Arbeiten unter alten Bäumen
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 08.12.2009Mönchengladbach (RPO). Industriebrachen in Zentren – davor graut Stadtplanern. Denn freie Grundstücke wirken sich negativ
auf die Wohnqualität eines ganzen Viertels aus. An der Bendhecker Straße wird deshalb ein neues Konzept verfolgt.Das neue Quartier
Bauausschuss Er beschäftigte sich bei seiner jüngsten Sitzung mit dem Vorhaben an der Bendhecker Straße und stimmte zu.
Bürgeranhörung Von 14. Januar bis 19. Februar liegen die Pläne aus. Dann können sich Bürger dazu äußern.
Auf der Hauswand steht noch der große Schriftzug "Real" in roter Farbe, "Einfahrt" in schwarz. Doch von dem Warenhaus, auf dessen Gelände die Kunden von der Bendhecker Straße aus abbogen, ist nichts mehr zu sehen. Seit "Real" an der Moses-Stern-Straße einen neuen und viel attraktiveren Standort hat, ist der alte Markt verschwunden. Bevor hier eine der zahlreichen Industriebrachen entsteht, hat die Stadt gemeinsam mit einem Bauunternehmer einen neuen Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Er hat Charme: Denn auf dem rund 11 000 Quadratmeter großen Gelände gibt es mehr als 20 zum Teil alte Bäume, die auf jeden Fall erhalten werden, wenn hier Platz für Wohnen und Arbeiten geschaffen wird.
Als Mischgebiet bezeichnen Planer ein Gelände, wenn ein Baugebiet sowohl Wohnhäuser als auch Gewerbe zulässt. Das Areal zwischen Bendhecker Straße und Bylandtstraße lässt zwar zu, dass sich hier auch Betriebe ansiedeln. Aber die Umgebung ist so gestaltet, dass nicht damit zu rechnen ist, dass es große sein werden. Im Hintergrund ist der Turm der Friedenskirche zu sehen, ein Grünzug führt durch bis zum Geneickener Bahnhof. Die Bylandtstraße säumen große, gepflegte Wohnhäuser. Die Stadt verfolgt hier eine neue Philosophie, um diese Flächen umgehend wieder einer neuen Nutzung zuzuführen, bevor größere, über Jahre ungenutzte Brachflächen entstehen. "Ein ideales Gelände für Wohnen und Büros", sagt der zuständige städtische Planer Burkhard Burau (44).
Der alte Baumbestand, der das Areal zu den Rückfronten der Häuser an der Bylandtstraße abgrenzt, wird zum überwiegenden Teil erhalten. Hier wachsen unter anderem Eichen und Kastanien, die auch für die neue Ansiedlung prägend sein sollen. Die Häuser sollen maximal dreigeschossig, zur Bylandtstraße hin zweigeschossig werden. 60 bis 70 Stellflächen dürfen auf kleineren Parkplätzen angelegt werden, dazu 27 öffentliche Parkplätze entlang der Erschließungsstraße, die bis zu einem kleinen Wendehammer führt. Die Straße soll durch Baumreihen gesäumt werden. Wenn alles gut geht, kann der Bebauungsplan bis Sommer 2010 alle Gremien passiert haben. Bürger, die bei der ersten Anhörung das Projekt sehr rege begleitet haben, werden ab Mitte Januar zum zweiten Mal angehört.
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