Mönchengladbach: Arbeitslosenquote geht zurück
VON GARNET MANECKE - zuletzt aktualisiert: 05.01.2010 - 15:11Mönchengladbach (RPO). Ganz zufrieden schaut Johannes-Wilhelm Schmitz auf die Kurve, die sich sacht nach unten neigt. „Das Jahr hat gut aufgehört“, stellt der Chef der Agentur für Arbeit in Mönchengladbach fest. Mit 29 387 stehen rund 1,1 Prozent weniger Männer und Frauen in der Arbeitslosenstatistik des Agenturbezirks als im November.
Zum ersten Mal weist die Stadt Mönchengladbach mit 14636 weniger Arbeitslose aus als der Rhein-Kreis-Neuss mit 14 751 Beziehern von Arbeitslosengeld. Obwohl damit die Arbeitslosenquote in Mönchengladbach im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte sinkt, bleibt sie mit 11,3 Prozent deutlich über der Arbeitslosenquote von 8,3 Prozent im Agenturbezirk.
„Wir können sehr froh sein, dass die Entwicklung so ist“, sagt Schmitz bei der Präsentation der Arbeitsmarktzahlen. Der Dezember weist für Mönchengladbach die niedrigste Arbeitslosenquote des Jahres aus – trotz Wirtschaftskrise. Ein Grund dafür liegt in der Kurzarbeit. „Dadurch haben viele Betriebe ihre Mitarbeiter gehalten und nicht entlassen“, sagt Schmitz. Die Zahl der Kurzarbeiter ist seit Juli rückläufig.
Zwar liegen die Zahlen für das vierte Quartal noch nicht vor, weil die Betriebe immer nach Ablauf eines Quartals mit der Agentur für Arbeit abrechnen. Aber Johannes-Wilhelm Schmitz rechnet damit, dass die Zahlen die positive Tendenz auch für das Ende des Jahres ausweisen.
Für 633 Arbeitslose endete das Jahr glücklich: Sie fanden einen neuen Arbeitsplatz. 994 Menschen in Mönchengladbach allerdings verloren im Dezember ihre Arbeitsstelle. Im Vergleich zu November sank die Zahl der Arbeitslosen dennoch um 2,8 Prozent.
Auch bei den Hartz IV-Empfängern sank die Zahl um 5,4 Prozent. Allerdings schönen hier Fördermaßnahmen die Statistik. „Wir haben 2009 eine intensive Förderung betrieben. Die Menschen in Fördermaßnahmen fallen aus der Arbeitslosenstatistik heraus“, betont Schmitz.
Im Jahresschnitt schaut Mönchengladbach auf eine Arbeitslosenquote von 12,2 Prozent in 2009. Zum Vergleich: Auf Landesebene liegt die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei 8,9 Prozent.
Insgesamt wurden der Agentur für Arbeit in Mönchengladbach 6708 offene Stellen in 2009 gemeldet. 4 917 davon waren sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, 1 791 versicherungsfreie Beschäftigungen wie Ein-Euro-Jobs. Im Dezember meldeten die Unternehmen der Agentur für Arbeit 998 Stellen-Offerten.
Leicht gesunken ist die Anzahl der Arbeitslosen, die mit den Instrumenten der Arbeitsmarktpolitik gefördert wurden. So ist in 2 283 Fällen die Einstellung von der Agentur für Arbeit finanziell gefördert worden. Zum Vergleich: Im Dezember 2009 waren es 2 757 Fälle. „Das liegt daran, dass der Markt im Moment nicht mehr Leute aufnimmt“, sagt Schmitz.
1156 Existenzgründer wurden auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit von der Agentur unterstützt, 2088 Arbeitslose kamen in den Genuss einer Qualifizierungsmaßnahme.
Für 2010 sieht Schmitz allerdings düstere Wolken, die die Aussichten trüben. Ein Grund dafür dürfte das geschrumpfte Budget der Agentur sein. Standen 2009 noch 23 Millionen Euro für wirkungsorientierte Eingliederungsmaßnahmen plus 1,71 Millionen für Sonderprogramme zur Verfügung, sind es 2010 nur noch 21,1 Millionen Euro. Das Budget 2010 für Sonderprogramme steht noch nicht fest.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







