Mönchengladbach: Arge will über 50-Jährige in Lohn und Brot bringen
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 22.01.2010Mönchengladbach (RPO). Der 59-Jährige hatte sich mit seinem beruflichen Schicksal abgefunden. Der Handwerker war nach langer Berufstätigkeit arbeitslos geworden, hatte keinen Job mehr gefunden und Hartz IV bezogen. Plötzlich öffnete sich für ihn doch noch die Tür: Ein Handwerksmeister suchte eine erfahrene Fachkraft. Es passte.
Der 59-Jährige ist glücklich, dass er den Absprung geschafft hat. Sein Arbeitgeber freut sich über einen kompetenten, loyalen und zuverlässigen Kollegen. Ein Einzelfall? "Nein", behauptet die Arge und verweist auf ihre Statistik: Mehrere hundert ähnliche Fälle in den vergangenen zwei Jahren tauchen da auf. Die Generation 50 plus wird als Zielgruppe für Arbeitgeber immer interessanter.
Deshalb haben sich mehrere Arbeitsgemeinschaften für Beschäftigung (Arge) zusammengetan, um gezielt arbeitslos gemeldete Menschen im Alter zwischen 50 und 64 Jahren zu vermitteln. Da weniger jüngere Menschen ins erwerbstätige Alter kommen und geburtenstarke Jahrgänge verstärkt das Seniorenalter erreichen, ändert sich die Altersstruktur in der Stadt: Jetzt sind fast 52 000 Gladbacher zwischen 50 und 64 Jahren. Für 2020 prognostizieren Bevölkerungsstatistiker einen rapiden Anstieg auf fast 59 000 Menschen.
Das hat Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Industrie und Handwerk müssen Ältere qualifizieren, wollen sie Fachkräftemangel vermeiden. Die Arge hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Sie will insgesamt 500 Frauen und Männer vermitteln, die zu dieser Altersgruppe gehören. Rund 2600 jetzige Hartz-IV-Empfänger kommen in Frage. Dafür hat die Arge ein eigenes Projektteam gebildet, das über 2,5 Millionen Euro verfügen kann.
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