Mönchengladbach: Attacke auf Taxifahrerin – sechs Jahre
VON INGRID KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 08.12.2007Mönchengladbach (RPO). Stumm, mit gesenktem Kopf, nahm der Angeklagte (30) das Urteil der Ersten Strafkammer entgegen. Wegen räuberischen Angriffs auf einen Kraftfahrer, schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung muss der Gladbacher mit dem türkischen Pass für sechs Jahre ins Gefängnis. Bereits zu Prozessbeginn hatte der Heroinkonsument den hässlichen Überfall auf eine Taxifahrerin zugegeben, ihn allerdings als Unfall dargestellt. „Ich hatte kein Geld und war auf Entzug“, erinnerte sich der Junkie. Am Abend des 26. Mai sei er mit einem Messer losgezogen und habe sich am Marienplatz in das Taxi der 68-Jährigen gesetzt. Er schickte sie auf eine längere Fahrt bis ins Wickrather Industriegebiet. Hier fiel er über die entsetzte Frau her und verletzte sie mit einem Messerstich am Brustbein. Sie übergab dem 30-Jährigen 75 Euro, weigerte sich allerdings, ihn erneut zu fahren. Als er ausstieg, verschloss die Frau die Autotüren. Der Angeklagte verschwand und stellte sich später der Polizei.
Für die Rentnerin ist die Tat noch immer ein Albtraum. „Er hat mir erzählt, er müsse in Wickrath seine Freundin treffen“, erinnerte sie sich jetzt. „Ich habe ihm geglaubt. Noch während der Fahrt hat er unvermittelt und wortlos mit dem Messer zugestochen“, weinte die Frau. Einen weiteren Stich konnte sie abwehren. Auch nach der Geldübergabe hielt er sie fest. Schließlich sollte sie ihn, der sich bei der Attacke selbst verletzt hatte, zum Krankenhaus fahren. „Ich bring dich um“, habe er gesagt, als sie sich weigerte. Dann krachte es, ein Reifen war geplatzt. Da stieg der Räuber aus. Das Opfer reagierte blitzschnell. Der Mann musste draußen bleiben. Im Prozess warf die 68-Jährige dem unerbittlichen Täter vor: „Sie haben mein Leben zerstört.“ Nach 30 Jahren könne sie kein Taxi mehr fahren, so die 68-Jährige in einer erschütternden Aussage.
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