Mönchengladbach: Aus dem Auto und aufs Rad
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 05.12.2008Mönchengladbach (RPO). Bestnoten gab’s für das feingliedrige Straßennetz in der Stadt. Trotzdem schlagen Gutachter im neuen Verkehrsentwicklungsplan durchgreifende Veränderungen vor. Das Auto wird nicht mehr favorisiert. Schnellbusse sollen zu mehr Zielen fahren. Und es gibt mehr Radwege.
Die Werke früherer Jahre lagen auf dem Tisch: Generalverkehrspläne von 1965, 1969 und 1981. Vermutlich 2010 wird sich dazu ein viertes Buch gesellen. Da fehlt dann allerdings der „General“ – das neue Leitkonzept heißt schlicht „Verkehrsentwicklungsplan“. Dafür sind neue Aspekte verarbeitet, die in früheren Autozeiten eine Randrolle spielten: Das Fahrrad gewinnt ebenso an Bedeutung wie Bus und Bahn. Auf Verkehrssicherheit wird mehr geachtet. Und an Belastungen durch Lärm und Schadstoffe hat vor 27 Jahren keiner gedacht, als der letzte Generalverkehrsplan verabschiedet wurde. „Heute wissen wir, dass 120 000 Bürger davon betroffen sind. Gesetze zwingen uns zum Handeln“, sagt Stadtplaner Jörg Clages. Einen so genannten Luftreinhalteplan muss die Stadt als Teil zum Verkehrsentwicklungplan erarbeiten. Ebenso einen Lkw-Routenplan, einen Radwegeplan und einen Tempo-30-Zonenplan.
Stadt in der 0-Stufe
Seit 2002 entwickelt das Aachener BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung für die Stadt einen neuen Verkehrsentwicklungsplan. Die Experten haben das Stadtgebiet genau unter die Lupe genommen und sind fast jeden Kilometer abgefahren und abgelaufen. Herausgekommen ist ein vielseitiges Werk mit zahlreichen grafischen Elementen, das jetzt alle politischen Gremien durchläuft. Mönchengladbach ist demnach ein Prognose- 0-Fall. Er bildet die Ausgangsbasis, aus der für das Jahr 2015 ein Zukunftsmodell entwickelt wird. Dabei spielen alle Facetten eine Rolle, die auf diesen Prozess Einfluss nehmen können: gesellschaftliche Veränderungen und Planungen. Bereits steht fest: Autoverkehr Da bekommt Mönchengladbach Bestnoten: Das Straßennetz, so befanden die Gutachter, ist feingliedrig und die Zielpunkte sind im Auto schnell zu erreichen. Die Experten planen aber eine Verschiebung weg vom Auto und hin zu anderen Verkehrsmitteln: Bus, Bahn und Fahrrad. Deshalb soll sich das Verkehrsnetz ändern. Die Gutachter schlagen ein Haupt- und ein Nebenverkehrsnetz vor, das Platz für andere Verkehrsmittel lässt. Bus und Bahn Dafür gab’s nur die Note 3-. Mittelfristig soll sich vor allem das Busnetz ändern. Konkret könnte dies bedeuten: Die Schnellbuslinien müssen Hardt und Rheindahlen direkt anfahren, nach Neuwerk, Eicken und Bettrath soll en Schnellbusse ebenso fahren wie von Rheydt bis Odenkirchen. Auch eine Direktverbindung von Giesenkirchen nach Korschenbroich schwebt den Experten vor, um hier die S-Bahn zu erreichen. Langfristig sind Veränderungen bei der Bahn vorgesehen mit kurzen Fahrtakten und Zug-Haltepunkten in eicken und Fachhochschule. Rad Eine Mammutaufgabe bevor. Alle Hauptverkehrsstraßen sollen mindestens einen 1,25 Meter breiten Streifen für Radverkehr bekommen. Diese können auf der Fahrbahn sein. Die Experten empfehlen dies dringend, auch wenn das zu Lasten des Autoverkehrs geht. Lärm und Schadstoffe Ein Umdenken ist wegen neuer Gesetze notwendig. Es soll mehr ruhige Bereiche geben. Auf Hauptverkehrsstraßen kann es dazu führen, dass der Lkw-Verkehr zumindest zeitweise eingeschränkt wird. KOMMENTAR
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