Mönchengladbach: Autos sollen raus aus der City
VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 07.06.2008Mönchengladbach (RPO). Neue Verkehrsregelungen sind ein zentraler Bestandteil des Innenstadtkonzepts für Rheydt. Unter anderem soll die Stresemannstraße gesperrt werden und ein Stück der Hauptstraße am Markt. Einzelhändler fürchten, dass dann die Kunden wegbleiben.
Der Rheyder Ring, der eigentlich keiner mehr ist, soll wieder geschlossen werden. Dadurch kann der Durchgangsverkehr aus den Einkaufsgebieten rausgehalten werden. Wer dennoch mit dem Wagen in die City fährt, soll über Schleifen an der Einfahrt auch wieder hinausfahren. „Generell muss die Orientierung für Verkehrsteilnehmer in Rheydt übersichtlicher werden“, sagte Professor Kunibert Wachten vom beauftragten Planungsbüro bei der Vorstellung des Konzeptes in der Stadthalle. Wir nennen die wichtigsten Änderungen im Verkehr:
Mühlenstraße Damit der Rheydter Ring wieder geschlossen werden kann, wird die Einbahnstraßen-Regelung aufgehoben. „Dadurch kann sich der Verkehr auf der Mühlenstraße maximal verdoppeln“, sagt Verkehrsexperte Richard Dohmen. Mit weiteren Maßnahmen soll die Verkehrsbelastung jedoch so gering wie möglich gehalten werden. Durch die Änderung soll der Ost-West-Durchgangsverkehr auf den Rheydter Ring umgeleitet werden.
Stresemannstraße 3000 Fahrzeuge nutzen die Straße täglich allein als Durchgangsstraße. Das ergaben Verkehrszählungen. Sie soll deshalb ganz oder teilweise für Autos gesperrt werden. Hier regte sich Kritik aus dem Publikum: Dadurch werde es schwieriger, Wohnungen in dem Bereich zu vermieten. Dabei soll sich die City gerade auch zum attraktiven Wohnviertel entwickeln. Geschäftsleute befürchten, dass ihre Kunden wegbleiben,wenn sie nicht bis direkt vor das Geschäft fahren können. „Wenn die Stresemannstraße gesperrt wird, sieht sie in drei Jahren genauso aus, wie die Hauptstraße heute“, sprach ein Einzelhändler die Probleme der geschäfte in der Fußgängerzone an. Dohmen entgegnete, dass in der Innenstadt die Fußwege kurz seien und keine Waren verkauft würden, für die ein Transport mit dem Wagen unbedingt nötig sei.
Sparkasse/Marktstraße Der Platz vor der Sparkasse soll ein anderes Gesicht bekommen: Die Fahrspur zwischen Markt und Harmoniestraße ist der Außengastronomie und den Fußgängern vorbehalten. Der Parksuchverkehr wird über den Parkplatz geleitet.
Marktplatz Nördlich des Marktes werden die Zufahrten in das letzte Stück der Brucknerallee (ab Mühlenstraße) und der Hauptstraße gesperrt. Trotzdem könne der Markt bei Großveranstaltungen noch als Parkplatz genutzt werden, sagte Dohmen.
Schleifensystem An drei Stellen können Autofahrer in das Karree gelangen. Sie werden dann an gleicher Stelle über Schleifen wieder herausgeleitet. So sollen sich Besucher besser orientieren können. Das soll noch in diesem Jahr umgesetzt werden, sagte Planungsdezernent Helmut Hormes. „Das kann mit einfachen Mitteln geschehen und die Bürger können das System erstmal testen.“
Busse Die Linien 1, 2 und SB 1 können künftig komplett über die Friedrich-Ebert-Straße geführt werden. Die Haltestelle am Ring würde durch eine Haltestelle an der Friedrich-Ebert-Straße, Höhe Hauptstraße, ersetzt. Dafür wäre der Umbau der Knotenpunkte Friedrich-Ebert-Straße/Wilhelm-Schiffer-Straße/Mühlenstraße sowie Wilhelm-Schiffer-Straße/Hohlstraße erforderlich.
Marienplatz 20.000 Fußgänger nutzen täglich die Überwege am Marienplatz. Sie müssen Vorfahrt bekommen, der Autoverkehr muss weichen, die Ampeln werden abgebaut, schlagen die Planer vor. Ein Einzelhändler gab zu bedenken, dass durch das neue Verkehrskonzept zahlreiche Parkplätze im Einkaufs-Karree wegfallen würden. Wie die Park-Situation in Rheydt ist und ob es genügend Abstellmöglichkeiten gibt, soll aber erst in einem späteren Parkraumkonzept erarbeitet werden.
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