Mönchengladbach: Autoverbot auf Rutschpflaster
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 09.09.2010Mönchengladbach (RPO). Das glitschige Pflaster auf der Burgfreiheit ärgert Odenkirchener seit langem. Jetzt gibt es einen neuen Vorschlag: Auf dem Martin-Luther-Platz sollen keine Autos mehr fahren und die Burgfreiheit zur Tempo-20-Zone werden.
Odenkirchen Tempo 20 und ein Durchfahrtverbot: So könnte die Zukunft für die Burgfreiheit in Odenkirchen aussehen. Weil sich die Klagen über das Rutsch-Pflaster auf der Burgfreiheit häufen, sinnt die Verwaltung über eine dauerhafte Lösung nach. Die ist durchaus im Interesse der Odenkirchener Politiker, für die das Thema Burgfreiheit mittlerweile zu einer unendlichen Geschichte geworden ist. Fakt ist: Nach neuen Untersuchungen müsste das Pflaster nicht komplett ausgetauscht werden – wenn man denn Normwerte zugrunde legte.
Denn die Stadt hat jüngst einen sogenannten Griffigkeitstest machen lassen. Gutachter überprüften an insgesamt acht Stellen entlang der Burgfreiheit, wie rutschig die Platten sind. Das Ergebnis: An sieben Messstellen wurden zulässige Werte erreicht. Nur an zwei Stellen ergaben die Resultate: Hier besteht Rutschgefahr. Die Stadt hat diesen Bereich säubern und aufrauen lassen, ist aber damit trotzdem nicht glücklich. Denn es ist zu erwarten, dass die Reinigungsintervalle immer kürzer werden. Und da bei einer intensiven Kontrolle auch noch erhebliche Schäden im Übergangsbereich Radweg/Fahrbahn festgestellt wurden, gab der Technische Beigeordnete Andreas Wurff die Devise aus: neu nachdenken. Denn ein aufwendiger Austausch des Pflasters ist nicht nur teuer, sondern bringt nach Meinung der Planer auch nicht wirklich nachhaltig etwas für die Burgfreiheit.
Deshalb wird verwaltungsintern derzeit eine Lösung intensiv diskutiert. Um das städtebauliche Bild des Odenkirchener Zentrums zu stärken, wird darüber nachgedacht, den rund 3400 Quadratmeter großen Martin-Luther-Platz komplett für den Durchgangsverkehr zu sperren. Nur noch Busse und Anlieferer dürften dann noch diesen Bereich passieren. Dass rund 7000 Fahrzeuge täglich über diesen Teil der Burgfreiheit fahren, ärgert die Verkehrsplaner bereits lange. Der Platz würde dann bis zu den Gebäuden vergrößert.
Autofahrer müssten dann über die Pastorsgasse und die Schmidt-Bleibtreu-Straße geleitet werden. Der Martin-Luther-Platz wäre nicht nur autofrei, sondern auch besser für Märkte und andere Veranstaltungen zu nutzen. Wurff: "Das ist eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur jetzigen Situation." Gleichzeitig sieht sein Plan vor, die Burgfreiheit als Tempo-20-Zone auszuweisen. Vor allem für Schwerlaster, die durch Odenkirchen fahren, weil sie abkürzen wollen, wäre diese Strecke dann deutlich weniger attraktiv. Wegfallende Parkplätze sollen dann in unmittelbarer Nähe des Platzes neu entstehen.
Mit dieser Platz-Lösung würde die Stadt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn einerseits wertet sie damit das Odenkirchener Zentrum auf. Andererseits kann sie die Gehwegplatten, die durch die Erweiterung nicht mehr benötigt werden, an den Rutschstellen der Burgfreiheit gezielt einsetzen. Die Gesamtkosten wären nicht höher, als wenn das gesamte Pflaster ausgetauscht würde.
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