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Mönchengladbach: Baby verbrannt und durch Klo gespült

VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 14.06.2007 - 12:28

Eine 37-jährige Frau hat in Mönchengladbach ihr neugeborenes Baby verbrannt und die Reste anschließend durch die Toilette entsorgt. Heute gab die Polizei Einzelheiten der erschütternden Tat bekannt. Doch es bleibt unklar, ob das Baby bereits tot zur Welt kam.

Die Tat geschah 2001. Mehr als vier Jahre später gestand die Polin, die sich illegal in Deutschland aufhielt, alles der Polizei. Mit dem Geständnis der Frau begannen die Ermittlungen. Die Polizei war in der Beweislast, ein Mord wurde befürchtet. Die 37-Jährige hatte ausgesagt, das Kind in der heimischen Wohnung in Rheydt zur Welt gebracht zu haben. Dannach will sie nicht gewusst haben, ob ihr Kind noch gelebt habe. „Die Frau hatte ausgesagt, dass das Baby blau angelaufen war und nicht mehr geatmet habe“, sagte Edgar Remmler, Leiter der kriminalpolizeilichen Ermittlungen.

Leichnam drei Tage versteckt

Die Frau hatte das tote Neugeborene nach ihrer Aussage in Tücher gewickelt und drei Tage in ihrer Wohnung versteckt. Danach packte die 37-Jährige den Leichnam in einen Metalleimer, übergoss ihn mit Spiritus und steckte ihn in Brand, so die Polizei. Mehrfach musste die Frau  das Feuer neu entfachen, um den Körper zu verbrennen. Die Reste der Leiche zerkleinerte sie und spülte sie durch die Toilette, so die Beschreibung.

Nun konnte der Fall mit aufwändigen Ermittlungen gelöst werden: In den alten Abflussrohren des Hauses in Rheydt, wo die Tat geschah, fanden sich nach fast sechs Jahren noch Reste des Leichnams. Das Haus hatte inzwischen den Besitzer gewechselt, war komplett renoviert. Nur im Keller war ein Teil des alten Abwasserkanals stehen geblieben. Der wurde ausgepumpt, das aufgefangene Material kam ins Gerichtsmedizinische Institut nach Düsseldorf. Hier fand Rechtsmediziner Dr. Peter Pieper gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin das Beweisstück: ein knapp sechs Millimeter großes Gehörknöchelchen. "So etwas passiert einem nur einmal im Leben", sagte  Pieper über den unglaublichen Fund.

Schwangerschaft blieb unbemerkt

Eine DNA-Analyse ergab, dass die 37-Jährige die Mutter des Kindes war. Auch der Vater wurde ermittelt. Die Frau hielt sich seit zwölf Jahren illegal in Deutschland auf, lebte mit dem Vater des Kindes aber zusammen. Ihr Leben finanzierte sie mit mehreren Putzstellen in Mönchengladbach. Der Lebensgefährte der Frau will von der Schwangerschaft nichts mitbekommen haben, geschweige denn von der Geburt und den späteren Geschehnissen.  Kontakt hatte die Polin nur zu wenigen Landsleuten. Einer Freundin war 2001 aufgefallen, dass die 37-Jährige einen kleinen Bauch hatte. „Bist Du schwanger?“ soll sie gefragt haben, was die 37-Jährige verneinte. Erst später gab sie zu, doch in anderen Umständen gewesen zu sein. Angeblich hatte sie das Kind in Holland abtreiben lassen, sagte die Freundin.

Die 37-Jährige ist inzwischen an einer natürlichen Ursache gestorben. Die Polizei vermutet, dass sie bereits vor der Tat psychisch labil war. In Polen hatte sie vier Kinder zur Welt gebracht, eines davon kam bei einem Unfall ums Leben. Nur einmal, 2005, sagte die Frau aus. Als die Beamten sie nach dem Fund des Knochens erneut vernehmen sollten, gab sie an, dass sie sich "nur noch einem Priester offenbaren will".

Der Fall wurde inzwischen eingestellt, erklärte Staatsanwältin Carola Guddat. Der Frau habe nicht nachgewisen werden können, dass sie ihr Kind getötet habe. Auch dem Vater des Kindes könne man nicht nachweisen, ob er von dem Fall gewusst habe. Die reine Beseitigung des Leichnams stelle zudem nur eine Ordnungswidrigkeit dar, sagte die Staatsanwältin.

 


 
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