Mönchengladbach: Baby zum Zweck des Missbrauchs gezeugt?
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 09.02.2012Mönchengladbach (RP). Der Anklagevorwurf wiegt schon schwer genug: sexueller Missbrauch an Kindern. Die Geschichte dahinter, die gerade vor dem Landgericht Essen aufgerollt werden soll, ist für Normalbürger geradezu unfassbar.
Die Staatsanwaltschaft wirft einer 26 Jahre alten Altenpflegerin aus Mönchengladbach und einem 27-jährigen Metallbauer aus Gelsenkirchen vor, allein zum Zweck des sexuellen Missbrauchs ein Kind gezeugt zu haben.
Die beiden Angeklagten mit Gefallen an sadomasochistischen Rollenspielen sollen sich in entsprechenden Internetforen bewegt haben, wo sie sich Ende 2009 kennen lernten. Etwa ein halbes Jahr später berichtete der 27-Jährige laut Anklage in Chatgesprächen von seinem sexuellen Interesse an Kindern. Um den Mann an sich zu binden, habe die Altenpflegerin sich zunächst als Mutter eines zehn Monate alten Säuglings ausgegeben. Laut Staatsanwaltschaft bot sie dem Metallbauer mehrfach das Baby, das es nicht gab, an. Später soll sich das Paar gemeinsam entschieden haben, selbst ein Kind zu zeugen. Im Juni gebar die Altenpflegerin einen Sohn. Fünf Wochen später soll sie den Säugling in die Wohnung des Angeklagten nach Gelsenkirchen gebracht haben, wo es laut Anklage "absprachegemäß" zu einem sexuellen Übergriff kam. Der 27-Jährige soll sich an dem Baby vergangen, seine Mutter dabei zugesehen haben.
Aufgefallen war das Unvorstellbare, weil der 27-Jährige ein Foto vom Missbrauch an dem Baby "zum Imponieren" an eine weitere Sexualpartnerin von ihm schickte. Deren Freund alarmierte die Polizei.
Der Säugling befindet sich zurzeit in Obhut des Jugendamtes Mönchengladbach.
Bei dem 27-Jährigen, dem ebenfalls vorgeworfen wird, seine zehnjährige Schwester missbraucht zu haben, wurden bei einer Durchsuchung zahlreiche Fotos mit tier-, kinder- und gewaltpornografischen Inhalten sichergestellt.
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