Mönchengladbach: Bahn baut nur mit McDonald's
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 19.01.2010Mönchengladbach (RPO). Die Hamburger-Kette will eine neue Filiale im Gladbacher Hauptbahnhof eröffnen. Nur wenn das gelingt, will die Bahn sanieren. Doch dafür muss ein Stück Dach weg – was rechtlich schwierig ist. OB Bude hat sich eingeschaltet.
Ausgerechnet an der Schnellimbiss-Kette McDonald's hängt ein Stück der Zukunft des Mönchengladbacher Bahnhofs. Obwohl es in der Nähe schon zwei Schnellrestaurants des Branchenprimus gibt, will McDonald's im Hauptbahnhof eine weitere eröffnen. Das bestätigte gestern ein Unternehmenssprecher der RP. "Der Mönchengladbacher Hauptbahnhof ist für uns ein sehr attraktiver Standort", hieß es gestern aus der Konzernzentrale. Gerne würde man dort eine Filiale mit McCafé eröffnen. "Wir hoffen, dass wir uns mit dem Vermieter Deutsche Bahn einig werden."
Keine leere Drohung
1851 erbaut und wird bis Ende 2012 für insgesamt sechs Millionen Euro von Bahn, Land und Stadt komplettsaniert. Bahnsteig Es gibt es neun Bahnsteiggleise. Die Gleise 8 und 9 werden dabei fast ausschließlich von Zügen der S-Bahn genutzt.
Ob das gelingt, hängt allerdings am Geschick der Stadt Mönchengladbach. Bei der Bahn in Düsseldorf mag man zu dem Thema wegen der laufenden Verhandlungen gar nichts sagen. Doch wie die RP erfuhr, knüpft die Bahn die Aussicht, das wenig repräsentative Bahnhofsgebäude auch von innen zu sanieren, an den Ankermieter McDonald's. Und das ist keine leere Drohung. Auch bei der Bahn sind die Kassen leer, und Geld für Sanierungen fließt nur dann, wenn mindestens ein Teil durch höhere Mieteinnahmen refinanziert werden kann. "Mönchengladbach steht bei den Sanierungsmitteln in harter Konkurrenz zu vielen anderen deutschen Städten", sagt ein Insider. Vom Umbau von innen würden im Übrigen auch andere profitieren. Für die Bahnhofsbuchhandlung und einen Bäcker entstünde größerer und besserer Raum.
Nur: Ganz so einfach ist die Ansiedlung von McDonald's nicht. Denn der Umbau würde zur Folge haben, dass der Haupteingang noch stärker akzentuiert wird und der Nebeneingang nicht mehr zur Verfügung steht – weil genau dort in der Haupthalle McDonald's seinen Platz hätte. Auf diesen Nebeneingang läuft aber auch ein Teil des großen Daches über dem Busbahnhof zu. Für den Umbau müsste es nach jetzigem Stand auf einer Länge von bis zu zehn Metern weggenommen werden.
Das allerdings ist aus zweierlei Gründen nicht einfach. Erstens muss geklärt werden, ob es urheberrechtlich überhaupt möglich ist, die Konstruktion des Architekten Dr. Horst Schmitges maßgeblich zu verändern. Zweitens kostet diese Veränderung Geld. Das müsste wohl die NVV, die den Busbahnhof, über den das Dach führt, betreibt, zahlen. Allerdings wurde der umstrittene Umbau des Europaplatzes seinerzeit vom Land gefördert. Ob nun vielleicht nachträglich ein Teil dieses Fördergeldes zurückgezahlt werden müsste, wird auch noch geprüft. Der Oberbürgermeister hat die Angelegenheit zur Chefsache gemacht und lässt sich nächste Woche von der NVV berichten.
Die Stadt hofft, spätestens zur Frauenfußball-WM im kommenden Jahr einen renovierten Hauptbahnhof zu haben. Der soll dann, in einem letzten Renovierungsschritt, wenn möglich auch von außen hübscher sein. Für eine mit Sandtstrahl gereinigte Fassade sollen die Bahn-Mittel noch reichen.
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