Mönchengladbach: Bahnsteig Wickrath: Bürger sind erleichtert
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 24.04.2008Mönchengladbach (RPO). Ende gut, alles gut. Der Streit um die Verlegung des Wickrather Bahnsteigs ist beendet. Die Anwohner der Straßen Hopfengarten, Dr.-Carl-Goerdeler-Straße und Pillensgässchen sind erleichtert. Der neue Bahnsteig bleibt, wo er ist – am alten Stationsgebäude.
„Gottseidank“, sagen die Bürger. Die befürchteten Lärmbelästigungen von an- und abfahrenden Zügen bleiben ihnen nun erspart, die Straße Hopfengarten wird nicht verengt und kann weiter in beide Richtungen befahren werden. „Wir sind überglücklich“, sagt Anwohner Josef Thum. „Ich hätte damals nicht gedacht, dass die Deutsche Bahn noch von ihren Plänen ablassen würde.“ Sie tat es doch. Kein Wunder, dass die Stimmung bei der jüngsten Bürgerversammlung in Wickrath ausnehmend gut war.
Pläne wie in Beton gegossen
Dabei hatte es am Anfang gar nicht gut ausgesehen. „Das Vorhaben, den Bahnsteig in Richtung Hopfengarten zu verlegen, schien wie in Beton gegossen“, resümierte CDU-Ortsvereinsvorsitzender Dieter Harre. „Es war äußerst schwierig, auf den fahrenden Zug aufzuspringen und die Weichen umzustellen.“ Dass die Bahn dennoch einlenkte, das hätten die Wickrather vor allem der Bezirksvorsteherin Marianne Beckers und dem CDU-Landtagsabgeordneten Michael Schroeren zu verdanken. Schroeren stellte den Kontakt zur Konzernleitung her. Gemeinsam mit Jörg Clages, bei der Stadt Abteilungsleiter Verkehrsplanung, wurde über Alternativen nachgedacht.
Ausgangspunkt für die zunächst geplante Verlegung des Bahnsteiges war folgendes Vorhaben: Die Bahn will ihre Technik erneuern. Demnächst soll es für den Bereich von Duisburg bis Aachen nur noch ein zentrales Stellwerk geben. Dafür muss die Sicherheit verbessert werden. Mittelbahnsteige wie in Wickrath darf es nicht mehr geben. Außerdem sollen die Züge nach Möglichkeit hinter einem Bahnübergang halten und nicht davor – für den äußerst seltenen Fall, dass der Lokführer doch einmal zu spät bremsen sollte, wie Schroeren erklärte.
Nun haben sich Bahn und Stadt auf folgende Lösung geeinigt: Ein neuer, 170 Meter langer und 2,75 Meter breiter Außenbahnsteig wird gegenüber des alten Stationsgebäudes entstehen. Der soll kopfseitig über einen Gehweg an die Rheindahlener Straße angebunden werden. Außerdem ist geplant, einen Trampelpfad als weiteren Zuweg auszubauen. Damit niemand mehr den gefährlichen Weg über die Gleise nimmt, sollen Zäune gebaut werden. Die Stadt beteiligt sich mit 40 000 Euro an den Kosten.
Michael Schroeren geht davon aus, dass noch in diesem Jahr mit den Arbeiten begonnen wird.
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