Mönchengladbach: Bangen um Karstadt in Rheydt
VON KATHARINA SCHMÜLLING - zuletzt aktualisiert: 08.06.2009 - 17:52Wo sonst zu dieser Jahreszeit der Blick auf bunte Sommermode fällt, hängt nun - passend zur Stimmung der Karstadt-Mitarbeiter in Rheydt- ein schwarzer Vorhang. Die Botschaft im Schaufenster ist unmissverständlich. "Innenstadt. Ohne Karstadt? GeisterStadt.", steht auf dem Schild hinter der Glasscheibe.
An einem kleinen mobilen Stand vor dem Haupteingang steht Elvira Burhenne und diskutiert mit Rheydter Bürgern. "Ich kann die Angst um die Arbeitsplätze schon gut verstehen", sagt Ursula Krienen.
Deshalb muss die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Burhenne Ursula und Norbert Krienen nicht lange bitten, die rund 140 Mitarbeiter und elf Auszubildenden von Karstadt in Rheydt mit ihrer Unterschrift unterstützen. Die Innenstadt ohne Karstadt können sich beide nicht vorstellen. "Wo soll man denn sonst hingehen?", fragt Krienen.
Nach Wochen des Bangens sollte heute die Entscheidung fallen, ob der Karstadt Mutterkonzern Arcandor staatliche Hilfen bekommt. Eine millionenschwere Bürgschaft aus dem Deutschlandfonds hat der Lenkungsausschuss der Bundesregierung bereits abgelehnt. Am späten Nachmittag wurde auch der Antrag auf Rettungsbeihilfe in Höhe von 437 Millionen Euro abgelehnt.
Die Bürger haben die Karstadt-Mitarbeiter jedoch auf ihrer Seite. Kaum jemand betrat am Montag den Laden, ohne vorher per Unterschrift Solidarität bekundet zu haben. Immer wieder hörte Elvira Burhenne: "Wir drücken ganz fest die Daumen".
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