Mönchengladbach: Bankräuber in Latexmasken
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 15.04.2008Mönchengladbach (RPO). Zwei maskierte Männer haben gestern die Sparkasse in Geistenbeck überfallen. Sie bedrohten die Angestellten und Kunden mit abgesägten Gewehren und zwangen sie zu Boden. Dann plünderten sie die Kasse.
Gestern, 12.21 Uhr: Zwei Männer mit Kapuzen über den Köpfen betreten den Schalterraum der Sparkassenfiliale an der Steinsstraße. Dass die Bankräuber maskiert sind, ist zunächst kaum zu erkennen. Auch die Polizei wird diesen Umstand später auf den Videosequenzen aus der Überwachungskamera erst beim zweiten Blick registrieren. Die Männer tragen lebensecht wirkende Latexmasken.
In der Sparkassenfiliale befinden sich zum Zeitpunkt des Überfalls sechs Angestellte und sechs Kunden. Die Bankräuber sind rabiat: Alle müssen sich auf den Boden legen. Die zwölf Menschen werden laut Polizeibericht mit Gewehren, vermutlich mit verkürzten Läufen, ähnlich Pumpguns, bedroht. Während einer der Männer die auf dem Boden Liegenden mit seiner Waffe in Schach hält, geht der zweite Täter in die Kassenbox. Dort rafft er Bargeld zusammen. Der Betrag ist noch nicht bekannt, aber der Räuber soll gezielt Scheine eingesteckt haben.
Belohnung ausgesetzt
10 000 Euro Die Stadtsparkasse hat für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter und Wiedererlangung der Beute führen, eine Belohnung in Höhe von 10 000 Euro ausgesetzt.
Zeugen gesucht Die Kriminalpolizei sucht dringend Zeugen, die zur Tatzeit verdächtige Beobachtungen gemacht oder die Männer ohne Masken gesehen haben. Sachdienliche Hinweise nimmt das Kommissariat 21 unter Tel. 02161 290 entgegen.
Beide Räuber flüchten anschließend zu Fuß in Richtung Luisental. „Dabei kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie möglicherweise auch über den abgepollerten Fußweg von der Steinsstraße zur Geistenbecker Straße liefen“, sagt Polizeisprecher Jürgen Lützen.
Der Bankraub gestern war der zweite Überfall auf die Stadtsparkasse in diesem Jahr. Am 19. Februar hatte ein Einzeltäter einem Angestellten der Filiale Westend aufgelauert. Mit vorgehaltener Pistole dirigierte der Räuber den Mann zurück in die Geschäftsräume, wo er die Bank-Mitarbeiter zwang, mit ihm in den Tresorraum zu gehen. Der Täter erbeutete einen hohen Geldbetrag und schloss die neun Bankmitarbeiter anschließend ein.
Am 2. Juli 2007 war die Sparkassenfiliale an der Düsseldorfer Straße Tatort. Zwei maskierte und bewaffnete Bankräuber passten den 52-jährigen Filialleiter und seine fünf Mitarbeiterinnen kurz vor Schalteröffnung ab. Auch sie wurden gezwungen, mit zum Tresorraum zu gehen. Anschließend wurden sie gefesselt im Keller zurückgelassen. Erst nachdem ein Kunde verdächtige Geräusche und Hilferufe aus dem Keller hörte, konnten sie befreit werden. Nach dem Überfall wurden die Bankangestellten psychologisch betreut.
Dieser Bankraub sollte nicht der einzige im Sommer vergangenen Jahres bleiben. Im gleichen Monat schlug auch der Mann zu, der später der Triple-Räuber genannt wurde. Innerhalb von zwölf Wochen überfiel der arbeitslos gewordene Familienvater drei Sparkassenfilialen. Bevor er die vierte Bank ausrauben konnte, wurde er von der Polizei geschnappt.
Gefasst ist ebenfalls der 43-jährige Familienvater, der im Oktober 2006 unter anderem die Volksbank an der Viersener Straße überfiel. Er soll insgesamt vier Geldinstitute ausgeraubt haben. Bei seinen Verhören bei der Polizei im Rhein-Kreis Neuss im Februar dieses Jahres gab auch er Arbeitslosigkeit und hohe Verschuldung als Gründe für seine Taten an.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





