Mönchengladbach: Bauamt wird verkauft: Junge Kreative ziehen um
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 21.01.2011Mönchengladbach (RPO). Jahrelang stand es leer, vor eineinhalb Jahren zogen Modemacher und Werbefachleute ein – nun sind die Tage des früheren Staatlichen Bauamtes an der Viersener Straße 16 wohl endgültig gezählt. Nach Informationen der RP sind die Verhandlungen zwischen der Entwicklungsgesellschaft, der das Gebäude gehört, und einem Planer weit gediehen. Er will auch noch den kleinen Parkplatz neben dem Gebäude kaufen, um dann auf dem gesamten Grundstück ein neues Bürogebäude mit mehreren tausend Quadratmetern Fläche zu errichten. Damit geht die Zeit des "V 16", wie die junge Kreativszene das Gebäude getauft hatte, zu Ende. Allerdings war den rund 30 aktuellen Mietern von vornherein klar gewesen, dass sie nur vorübergehend an der Viersener Straße bleiben können. Ersatzlösungen sind schon in Sicht.
Das alte Staatliche Bauamt wurde von der städtischen Entwicklungsgesellschaft schon 2006 gekauft. Solange nicht klar war, wer wo genau eine Einkaufsgalerie in der Gladbacher City baut, passierte nichts Unwiederbringliches. Zwar zogen im Sommer 2009 Jungunternehmer aus den Bereichen Mode, Design, Grafik, Werbung und Fotografie ein. Allerdings hatten ihre Mietverträge zu günstigen Konditionen von vornherein nur eine Laufzeit bis August 2011. Das V 16 machte, vor allem dank des Kreativnetzwerks Apparillo, schnell von sich reden.
Doch der Zusammenschluss der jungen Kreativen soll, wieder mit Unterstützung der Entwicklungsgesellschaft, bestehen bleiben. Gleich zwei Alternativen werden geprüft. Im Gründerzeitviertel könnte ein ebenfalls leer stehendes Haus wieder vorübergehend zur neuen Heimat für die Kreativen werden. Auch über dem Veranstaltungsraum im Alten Kolpinghaus ist ausreichend Platz für Büros. Für Dr. Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft, sind V 16 und die Bleichwiese auf dem ehemaligen Zentralbadgelände Beispiele für den Trend, leer stehende Gebäude oder brach liegende Gelände bis zum endgültigen Verkauf zwischenzeitlich anders zu nutzen. Das sagte er beim Neujahrsempfang der Gesellschaft im Haus Erholung.
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