Mönchengladbach: Baubeginn L 19 im Jahr 2014
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 27.06.2008Mönchengladbach (RPO). Die L 19 wird geplant. Immer wieder kursieren Gerüchte über mögliche Straßenverläufe. Sie sind haltlos, sagen die Experten. Eine Vorschlagstrasse wird nicht vor 2011 fertig sein. Dann dauert es weitere drei Jahre bis Baubeginn.
Wie gut ist die L 19 im Landesstraßenverkehrsplan 2006 positioniert? Sie bekam die oberste Prioritätsstufe. Das heißt: Sie wird zügig verwirklicht. Trotzdem dauert die Planung Jahre. Der Landesbetrieb Straßenbau NRW, der in Mönchengladbach an der Breitenbachstraße sitzt, plant die Straße. Welche Lücke im Verkehrsnetz soll die Straße schließen? Sie soll, grob vereinfacht, im Korridor der Autobahn 44 und der L 31 liegen. Die Planer erhoffen sich dadurch eine Entlastung des Autoverkehrs vor allem in Rheydt. In welcher Stufe befindet sich die Straßenplanung derzeit? Sie ist immer noch in Stufe 1. Etwa im August wird der erste Teil der Umweltverträglichkeitsprüfung abgeschlossen sein. Das bedeutet: Es gibt erste Erkenntnisse, welchen Verlauf die Straße in einem großen Korridor haben könnte. Bei der Prüfung spielt eine Rolle, wie sie sich auf Menschen, Tiere, Pflanzen, auf die Bodenbeschaffenheit, das Grundwasser, Luft und Klima, auf die Landschaft als Erholungsraum und als Kulturraum auswirkt.
Ist die Umweltverträglichkeitsprüfung damit abgeschlossen? Nein. Anschließend folgen Spezialuntersuchungen von Gutachtern. Diese ziehen sich über eine Vegetationsperiode hin. Mögliches Ende: Herbst 2009. In das Umweltverträglichkeitsverfahren werden die so genannten Träger der öffentlichen Belange eingebunden: Landwirte, Waldbesitzer, Behörden, Kommunen – hier die Städte Mönchengladbach und Korschenbroich sowie die Gemeinde Jüchen. Gibt es dann endlich eine Vorschlagsstrecke? Ja. Sie liegt dann vor. Aber das bedeutet nicht, dass dies dann auch die Strecke ist, die am Ende gebaut wird. Es folgt das so genannte Linienbestimmungsverfahren. Dabei wird untersucht, wie wirtschaftlich mögliche Routen sind und wie der Verkehr auf ihnen fließen kann. Dabei werden auch die Träger der öffentlichen Belange eingebunden. Es gibt auch die erste Beteiligung der Bürger. Am Ende steht ein detaillierter Vorentwurf mit einer Vorschlagstrasse. Dieser geht dann an die Bezirksregierung. Das Linienbestimmungsverfahren ist vermutlich Mitte 2010 abgeschlossen, der Vorentwurf wird vermutlich Ende 2011 vorliegen. Er ist dann allerdings ziemlich konkret und alles andere als ein Provisorium. Kann nun sofort mit dem Bau begonnen werden? Nein. Bis zum Planfeststellungsbeschluss vergehen weitere zwei Jahre. Land muss gekauft werden, eventuell sind Enteignungsverfahren notwendig. Außerdem muss die Finanzierung sichergestellt werden und müssen Einwände, etwa zum Lärmschutz, geprüft werden. Der Planfeststellungsbeschluss kann noch rechtlich angefochten werden. Wird er rechtskräftig, kann mit dem Bau begonnen werden. Dies wird, wenn es keine Querschüsse gibt, nicht vor Mitte 2014 sein.
Kann eine Ortsumgehung Ruckes eine L 19 ersetzen? Nach Meinung der Fachleute nicht. Nach deren Meinung ist es eher umgekehrt.
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