Mönchengladbach: Bauern: Schweinegrippe drückt Fleischpreis
VON KATHARINA SCHMÜLLING - zuletzt aktualisiert: 13.05.2009Mönchengladbach (RPO). Die so genannte "Schweinegrippe" macht den Bauern zu schaffen. Zehn Cent pro Kilogramm hätten die Schweinemäster derzeit weniger in den Kassen, beklagt die Kreisbauernschaft Neuss - Mönchengladbach in einer Stellungnahme.
"Der Begriff wird für Schweinemäster zu einem echten Problem", sagt der Vorsitzende, Wolfgang Wappenschmidt unserer Zeitung. "Und das, obwohl Schweinefleisch weiter ohne Bedenken verzehrt werden kann." Gerade erst hatte sich der Preis für Schweinefleisch "nach einer langen Durststrecke wieder erholt" – da drückt die "Schweinegrippe" den Preis wieder nach unten. 1,42 Euro statt der erwarteten 1,52 Euro bekommen die Mäster derzeit für ein Kilo Schweinefleisch.
Ähnlich wie bei der Vogelgrippe vor einigen Jahren fragen viele Verbraucher bei ihrem Metzger, ob Schweinefleisch gefährlich sei. "Viele haben deshalb schon von sich aus Informationen für ihre Kunden in den Schaufenster ausgehängt", weiß Wappenschmidt. Und er kann alle Schweinefleisch-Esser beruhigen. "Der Begriff Schweinegrippe entstand wahrscheinlich, da es einen ganz weiten Zusammenhang mit einem Virenstamm gibt, der auch bei Schweinen nachgewiesen worden ist".
Die Grippe sei aber nicht durch den Verzehr von Schweinefleisch übertragbar. "Da das eine Humaninfektion ist, kann sie nur von Mensch zu Mensch übertragen werden", sagt der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach und verweist dabei auf Friedrich-Loeffler- und Robert-Koch-Institut. "Die bestätigen das."
Mexiko- statt Schweinegrippe
Um die Verbraucher nicht weiter unnötig zu verunsichern und den wirtschaftlichen Schaden der Schweinemast-Betriebe möglichst gering zu halten, schlägt der Bauernverband vor, die Grippe nach dem Land, indem sie erstmals auftrat, schlicht "Mexiko-Grippe" zu nennen und gleichzeitig die Verbraucher aufzuklären.
Wenn das alles nichts hilft, bleibt den Schweinemästern nur ein Trost. "Wenn das Thema 'Mexiko-Grippe' irgendwann wieder aus den Medien und der Öffentlichkeit verschwindet, normalisiert sich auch das Verbraucherverhalten wieder", ist sich Wolfgang Wappenschmidt sicher.
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