Mönchengladbach: Bayern-Karten für 150 Euro
VON THOMAS GRULKE - zuletzt aktualisiert: 13.11.2008Mönchengladbach (RPO). Für den Bundesliga-Schlager Gladbach gegen Bayern gibt’s noch Tickets – allerdings nur im Internet. Und dafür muss man tief in die Tasche greifen. Das Spiel am Samstag wollen noch mehr Fans sehen als das Köln-Derby.
Der Evergreen der Fußball-Bundesliga elektrisiert die Massen. Immer noch. Obwohl mittlerweile Welten zwischen den ehemaligen Meisterschaftsrivalen Borussia Mönchengladbach und Bayern München liegen, ist es für die Fans der Fohlen immer noch das Spiel des Jahres, wenn am Samstag der Rekordmeister von der Isar zu Gast ist. „Ich kann nicht genau sagen, wie viele Kartenanfragen wir in diesem Jahr hatten. Doch es waren mehr als für das Derby gegen Köln. Die Freude auf den Klassiker ist einfach ungebrochen“, sagt Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers, der zugleich vermeldet: „Wir sind restlos ausverkauft.“
54 067 Zuschauer
Stadion Der Borussia-Park fasst 54 067 Zuschauer.
Preise Die billigsten Tageskarten (ermäßigter Stehplatz in der Nordkurve) kosten 8,50 Euro, die teuersten (Sitzplatz im Oberrang auf der Haupt- und Gegentribüne) 39,50 Euro.
Ausverkauft Bislang war das Stadion gegen Bremen und Köln restlos gefüllt.
Entsprechend schauen viele Anhänger am Samstag in die Röhre – statt live im Borussia-Park auf das satte Grün. Wobei auch immer noch genug Fans versuchen, an die begehrten Tickets zu kommen. Vielleicht waren auch deshalb gestern die Gladbacher Fan-Shops telefonisch nicht zu erreichen. „Auch bei uns fragen immer noch Leute nach Karten, aber leider ist da nichts mehr zu machen“, sagt Gerd Kartheuser. Der Geschäftsführer des FIRST Reisebüros hat sein Kartenkontingent von „einigen hundert Tickets“ vor Monaten innerhalb von Stunden verkauft. „Bei solchen Topspielen müssen Interessenten schon frühzeitig auf uns zukommen. Selbst Stammkunden aus Luxemburg oder Belgien haben wir nicht alle zufrieden stellen können“, sagt Kartheuser.
Bei Borussia kamen erst gar nicht Tickets in den freien Handel, da die 40 000 Mitglieder und Besitzer der Borussia-Card alles im Vorverkauf abgegrast hatten. Bis zur letzten Woche gab es noch vereinzelte Karten für das VIP-Zelt, dass der Verein für Topspiele hinter der Haupttribüne aufbaut. Für den einfachen Fan wäre der Preis von 180 Euro zuzüglich Umsatzsteuer aber sowieso kaum zu finanzieren gewesen. Doch auch auf dem zu solchen Anlässen florierenden Schwarzmarkt werden hohe Summen ausgerufen. Zwei Sitzplatzkarten im Unterrang kosteten im Internet gestern über 150 Euro.
„Wir gehen zusammen mit der Liga dem Tickethandel nach, denn im Endeffekt schmerzt dies nicht nur Borussia, sondern den Fan. Mitglieder, die im Internet ihre Tickets verkaufen wollen, werden von uns angeschrieben“, sagt Schippers. Doch was tun, wenn jemand aus plausiblen Gründen nicht ins Stadion gehen kann und seine Karte los werden möchte?
„Bei einem solchen Spiel sind Karten ein rares Gut. Da gibt es eigentlich immer eine Person im Umfeld, die das Ticket übernehmen kann. In begründeten Fällen nehmen wir die Tickets aber auch zurück“, erklärt Schippers. Lange würden sie wahrscheinlich eh nicht in Borussias Besitz bleiben. Denn der Evergreen elektrisiert immer noch.
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