Mönchengladbach: „Sechste Gesamtschule ein Millionengrab“
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 14.03.2007Mönchengladbach (RPO). Reichen fünf Gesamtschulen, oder muss eine weitere her? Um diese Frage geht es heute im Schulausschuss. SPD und GEW wollen die sechste Gesamtschule. CDU, Junge Union, der Philologen-Verband und die Bezirksschülervertretung sagen: Nein. Sicher ist: Die Schülerzahlen gehen zurück, die Stadt hat kein Geld, und eine sechste Gesamtschule hätte auch nicht das gewünschte Schülerpotenzial. Die Schülerzahlen haben an den weiterführenden Schulen gerade einen Höchstpunkt erreicht. Etwa 2720 werden nach den Sommerferien von der vierten in die fünfte Klasse wechseln. In vier Jahren werden es nur noch knapp 2500 sein. Und die Zahl sinkt weiter. An den Grundschulen ist das schon deutlich spürbar. Die Kosten sind hoch für eine neue Gesamtschule. Selbst wenn eine bereits bestehende Schule umgewidmet werden sollte, muss investiert werden, wie man am Beispiel Gesamtschule Neuwerk sieht. Alleine 625 000 Euro waren für den Einbau einer Lehrküche und die Herrichtung neuer Werkräume vorgesehen. Angesichts der sinkenden Schülerzahlen in eine sechste Gesamtschule zu investieren, bedeutet für Jürgen Müller, Vorsitzender des Philologen-Verbands in Mönchengladbach, ein „Millionengrab“ zu errichten. Der Mix (je ein Drittel von Schülern mit Hauptschul-, Realschul- und Gymnasial-Empfehlung) könnte bei der sechsten Gesamtschule keinesfalls eingehalten werden. Zwar musste die Schulform in diesem Jahr mehr als 600 Schüler abweisen, aber von ihnen haben alleine 58,3 Prozent eine eindeutige Hauptschul-Empfehlung. Nur neun Schüler mit Gymnasial-Empfehlung wurden abgewiesen.
Für Felix Heinrichs von der Bezirksschülervertretung und Jürgen Müller sprechen die Zahlen eindeutig gegen eine sechste Gesamtschule. Denn schon jetzt gebe es an vielen Gesamtschulen zu wenig Schüler mit einer Empfehlung für das Gymnasium. An der Gesamtschule Neuwerk wurden im vergangenen Schuljahr nur vier aufgenommen. „Unter dem Eindruck der vorliegenden Zahlen muss sicherlich neu darüber nachgedacht werden, ob an der Gesamtschule Neuwerk die zukünftige Einrichtung der gymnasialen Oberstufe überhaupt verantwortet werden kann“, meint Möller. Denn auch an den anderen Gesamtschulen würden die Schülerzahlen von Beginn der Klasse 11 bis zum Abitur rasant einbrechen. KOMMENTAR
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