Trimpelshütte: Bei "Klompe Triena" in der Hött
VON NADINE FISCHER - zuletzt aktualisiert: 27.12.2008Trimpelshütte (RPO). Schön grün und schön ruhig finden es viele Trimpelshütter in ihrem kleinen Nest in Giesenkirchen. Jedoch nicht alle: Anwohner der unteren Trimpelshütter Straße ärgern sich über Verkehrslärm und gewagte Fahrmanöver an parkenden Auots und Bussen vorbei.
Auf dem gepflasterten Weg vor dem ehemaligen „Freibad Giesenkirchen“ trifft sich beinahe täglich alles, was in Trimpelshütte vier Pfoten, Rang und Namen hat. Die Windhunde Frieda, Syrak und Gaudi, die Mischlinge Suse und Rusty, Golden-Retriever, Dackel, Pudel – „Hunde gibt es hier wie Sand am Meer“, sagt Ludwig Pauli und blickt lachend auf seine Suse hinab.
Das Duo hat gerade einen vormittäglichen Gassi-Gang unterbrochen, um sich einer Gruppe Ortsbewohner anzuschließen, die sich vor dem seit rund einem Jahr geschlossenen Bad eingefunden hat. Sieben Männer plus eine Frau stehen in der Kälte und sprechen über die Trimpelshütte im Stadtbezirk Giesenkirchen.
„Es ist prima hier, schön ruhig und schön grün“, schwärmt Siegfried Moossen. Das Landschaftsschutzgebiet Dohrer Busch liegt gleich vor der Tür, es gibt einen kleinen Park und einen Spielplatz „Wir haben eine gute Mischung aus jungen und älteren Anwohnern, Neu- und Altbauten“, findet der Vorsitzende der Fußballabteilung beim DJK/VfL Giesenkirchen.
Das Mitte der 70er Jahre eröffnete Freibad ist zwar nun zu, wirkt verlassen und nicht wirklich ansehnlich. Auch die Fun-Arena gleich nebenan ist nicht mehr in Betrieb. Doch Moossen hofft auf das Projekt Giesenkirchen 2015: „Ich weiß, dass einige das anders sehen. Aber mich würde es freuen, wenn es realisiert wird, dass das Gebiet als Sportgelände erhalten bleibt und wieder genutzt wird“.
Vielleicht bekäme der Platz dann einen Namen wie „Sportpark Trimpelshütte“. Oder doch lieber „Sportpark Trimpelshütter Straße“? Denn die Anwohner verstehen sich eher als Nachbarschaft Trimpelshütter Straße. „Trimpelshütte hat man früher gesagt“, erläutert Hans Emmerich. Einst habe auf dem von Sumpfland und Gewässern umgebenen Areal ein Bauernhof gestanden, die Trimpels-Hött, also Hütte.
Doch die gibt es inzwischen nicht mehr. Immerhin erinnert noch ein schmuckes Fachwerkhaus aus dem Jahre 1783 an längst vergangene Zeiten. Das 225 Lenze zählende Gebäude reiht sich in die Häuser-Schlange an der Trimpelshütter Straße ein, die um 1907 befestigt wurde. „Der Untergrund besteht aus dem Schutt der alten Giesenkirchener Kirche, die für den Neubau St. Gereon abgerissen worden war“, weiß Hans Emmerich zu berichten.
Die „Klompe Triena“ muss es damals auch schon gegeben haben – jedenfalls hat Emmerich eine Fotokopie aus dem Jahre 1920 dabei, auf dem sie eine erwachsene Frau ist. „Die Klompe Triena war ein Original“, sind er und Heinz Durst sich einig. Sie habe alleine in einer Kate gelebt, erzählt Durst. „Sie war immer in Lumpen gekleidet und hatte Holzschuhe an den Füßen.“ Emmerich erinnert sich: „Die Klompe Triena war eigentlich ganz nett. Aber im Grenzfall hat sie auch mal die Schuhe ausgezogen und damit nach einem geworfen“. Er kann sich auch daran entsinnen, wie es vor Ort aussah, als der Freibad-Bau in weiter Ferne lag: „Da waren hier überall Wiesen“.
„Als Kind habe ich in den Bäumen Tarzan gespielt“, ergänzt Hans Gottmanns und lacht. „Es gab in Trimpelshütte drei Lebensmittelgeschäfte, einen Milchladen, drei Malerateliers, in denen nach dem Krieg Leute einquartiert wurden, einen Möbel- und einen Altwarenhändler“, zählt er auf. Davon ist seit einigen Jahren aber nichts mehr übrig, „wir haben trotzdem alles in der Nähe“, sagt Gottmanns. Er müsse nur mit dem Rad gegenüber vom Freibad den schmalen Weg hinter der Tennishalle entlangfahren, an der Justizvollzugsanstalt An der Waldesruh vorbei, und dann seien da schon die Supermärkte.
Unterwegs begegnet Gottmanns dann wahrscheinlich Windhund Frieda, Mischling Rusty oder anderen Vierbeinern samt Besitzern – tierische Trimpelshütte.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






