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Mönchengladbach: Beine: Gladbach kein Abstellgleis

VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 05.06.2009

Mönchengladbach (RPO). Rüffel für die Stadt und einen Parteifreund: Der SPD-Fraktionsvorsitzende Lothar Beine verteidigt den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr gegen Kritik und meint, die Stadt komme gut weg. Ein Zug nach Dalheim würde zum Beispiel längst nicht mehr fahren, wenn es nur um Wirtschaftlichkeit ginge.

Eine Rüge seines Fraktionsvorsitzenden Lothar Beine handelte sich der SPD-Ratsherr Horst-Peter Vennen ein. Er hatte auf eine heftige Kritik städtischer Verkehrsplaner am Nahverkehrsplan des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) bei der jüngsten Bauausschuss-Sitzung erklärt, für den VRR sei der linke Niederrhein und damit die Stadt Mönchengladbach offenbar nicht mehr Teil von Deutschland. "Das ist absolut daneben", schimpft Beine und meint die kritische Stellungnahme der Stadt und die Aussage seines Parteifreundes.

Stadt versäumte Frist

SPD-Fraktionschef Beine ist neben Joachim Roeske (CDU) und Stadtdirektor Bernd Kuckels einer von drei Vertretern der Stadt im VRR-Aufsichtsrat und hat mit ihnen die Beratungen am Nahverkehrsplan begleitet. Wer Beines Argumentation folgt, muss diesen Schluss ziehen: Die städtischen Verkehrsexperten wissen nicht, wovon sie reden und vergleichen Äpfel mit Birnen. Außerdem haben sie eine wichtige Frist versäumt. "Alle anderen 28 Städte und Kreise haben rechtzeitig Stellungnahmen abgegeben. Nur Mönchengladbach kam damit rund drei Wochen später. Da ist es paradox, wenn sich die Stadt hinstellt und sagt: ,Über unsere Anregungen hat niemand mit uns gesprochen'", sagt Beine. Immerhin: Auf seine Initiative gibt es nächste Woche ein Krisengespräch zwischen VRR und Stadt.

Nach mehr als zehn Jahren stellt der VRR einen neuen Nahverkehrsplan für den Schienenverkehr auf. Auf 200 Seiten und 94 Seiten Anhang werden Aussagen über Linien im VRR-Gebiet gemacht. Im Frühjahr 2008 hatte der VRR Städte und Kreise aufgefordert, Projekte zu benennen. Die Stadt hat dies getan. Beim Blick in den Entwurf des Nahverkehrsplans haben städtische Verkehrsexperten jetzt festgestellt: Wichtige Forderungen wie die Verlängerung der S-Bahn nach Odenkirchen und Wickrath, Aufzüge und Toiletten für den Hauptbahnhof Rheydt und eine schnellere Verbindung nach Köln fehlen im Plan. Nach Beines Ansicht sind die städtischen Verkehrsexperten nicht gut informiert. "Für die S-Bahn-Verlängerung ist nicht der VRR, sondern das Land zuständig. Es muss die Finanzierung sicherstellen und dafür sorgen, dass zwischen den Hauptbahnhöfen Mönchengladbach und Rheydt ein drittes Gleis gebaut wird", sagt Beine. Auch die städtische Forderung, der Regionalexpress RE 2, der zwischen Mönchengladbach und Duisburg verkehrt, solle bis Rheydt fahren, hält Beine für unrealistisch: "Dann muss die Stadt dieses Teilstück selbst bezahlen. Das ist so vorgeschrieben." Und auch für die Kritik, dass der Zug nach Köln zu lange unterwegs sei, hat Beine wenig Verständnis: "Wir arbeiten daran, dies zu verbessern. Der Knoten ist auch bereits durchgeschlagen."

Beine ist im Gegenteil der Meinung, dass für Mönchengladbach unter schlechten finanziellen Vorzeichen viel erreicht wurde. Der VRR müsse eine Deckungslücke von 30 Millionen Euro schließen. Da blieben nur die Alternativen: Die Ticketpreise erhöhen, die Städte und Kreise mehr bezahlen lassen und Züge oder Zugverbindungen streichen. Beine: "Wir haben sogar die Verbindung nach Dalheim behalten, obwohl diese Strecke die wirtschaftlich unattraktivste im VRR-Gebiet ist." KOMMENTAR

Quelle: RP

 
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