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Mönchengladbach: Berg- und Talfahrt in der City

VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 18.04.2009

Mönchengladbach (RPO). Eine neue Idee für die Hindenburgstraße: Zwei Buslinien bedienen die Strecke, eine fährt bergab, eine bergauf. So soll der Verkehr drastisch reduziert werden. Die Buskolonnen sind dem Citymanagement lange ein Dorn im Auge.

1999 gab es auf der Hindenburgstraße ein Ski-Event.  Foto: RP, Ilgner
1999 gab es auf der Hindenburgstraße ein Ski-Event. Foto: RP, Ilgner

Die Mitglieder des Citymanagements sind sich einig: 1000 Busse fahren täglich durch die Fußgängerzone, oft im Block – das ist viel zu viel. Die Buskolonnen sollen endlich von der Hindenburgstraße verschwinden. "Da gibt es nicht den Hauch eines Zweifels. Die Kaufleute sind sich einig", sagt Vorsitzender Stefan Wimmers. Und so wurde eine mögliche Lösung beschlossen. Durch ein Ringsystem soll der starke Busverkehr eingedämmt werden: Nur noch eine Berg-Linie und eine Tal-Linie fahren durch die Fußgängerzone. Ihre Wegführung ist so gestaltet, dass alle wichtigen Knotenpunkte und Umsteigemöglichkeiten für Fahrgäste angesteuert werden. Kunden, die nur die Fußgängerzone entlangfahren, sollen möglichst wenig bezahlen. "Am liebsten gar nichts", sagt Eduard Felzen vom Citymanagement.

Info

Geschichte der Straße

1973 wurde die Hindenburgstraße für den Verkehr gesperrt. damals baute man die Schienen der Straßenbahn ab. Seitdem fahren nur Busse in der Fußgängerzone.

Alternativen Es gab viele Ideen, um die Buskolonnen zu ersetzen: Im Gespräch waren Straßenbahnen wie in San Francisco, englische Doppeldecker und Elektrobusse.

Mehr zum Thema unter www.rp-online.de/moenchengladbach

Außengastronomie gibt es kaum

Die Hindenburgstraße ist als Einkaufsmeile in vieler Hinsicht besonders: Obwohl sie eine Fußgängerzone ist, fahren täglich bis zu Eigentlich soll die Einkaufsmeile Hindenburgstraße zum Bummeln einladen. Doch dafür fahren nach Meinung der Einzelhändler dort zu viele Busse. Außengastronomie gibt es deshalb kaum. "Dadurch wird die Verweildauer beeinträchtigt", sagt Felzen. Andererseits muss es eine Möglichkeit geben, die lange und sehr steile Hindenburgstraße bequem mit einem Fahrzeug zu bewältigen. "Die Busse sind Fluch und Segen zugleich", sagt Felzen.

Nicht nur die Geschäftsleute und viele Kunden sehen die rund 1000 Fahrzeuge pro Tag als Last. Auch Politiker und Städteplaner wünschen sich weniger Verkehr, damit die Fußgängerzone attraktiver wird. Bislang scheiterten alle Alternativen an zwei Argumenten: Die Stadt hat die Hindenburgstraße mit Fördergeldern des Landes gebaut, die an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gebunden sind. Die NVV, argumentiert, dass die Politik entscheiden müsste.

"Das sind die angeblichen Totschlagargumente", sagt Wimmers. Das Beispiel Finanzamt hätte jedoch gezeigt, dass sehr wohl neue Buslinien auf den Weg gebracht werden können. Und durch das Ringsystem bliebe ÖPNV auf der Straße bestehen. "Wir können uns auch gut umweltfreundlicher Alternativen wie Elektro-Busse vorstellen", sagt Felzen.

Die Ringbusse sollen nicht mehr Teil des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr sein, eine Anbindung an alle wichtigen Fernverkehrspunkte haben. Diese Linien sollen künftig um die Hindenburgstraße herumgeführt werden. Die Berg- und Tal-busse führen sowohl den Busbahnhof am Europaplatz an als auch Aachener Straße, Steinmetzstraße sowie Flieth- und Hittastraße. Außerdem sollen größere Parkplätze und Parkhäuser eingebunden werden.

Quelle: RP

 
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