Mönchengladbach: Bestechung: Umfangreiche Ermittlungen
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 30.07.2010 - 10:53Mönchengladbach (RPO). Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Ermittlungen nach der Anzeige gegen einen Ratsherrn Monate in Anspruch nehmen werden. Dem Mann war in einem anonymen Schreiben vorgeworfen worden, er habe versucht, sich von einem Architekten bestechen zu lassen.
„In dieser Frage stehen jetzt viele Vernehmungen an“, sagte Oberstaatsanwalt Peter Aldenhoff auf Anfrage der Rheinischen Post. In dem anonymen Schreiben waren außer den unmittelbar Beteiligten auch Zeugen genannt worden. Es seien jetzt umfangreiche Ermittlungen zu führen, so Aldenhoff. Darum sei auch nicht mit schnellen Ergebnissen zu rechnen.
Die anonyme Anzeige hat sowohl in Verwaltung als auch in der Politik für rege Diskussionen gesorgt. Offenbar geistert der Fall schon seit längerem als Gerücht über die Flure. Der angezeigte Ratsherr hat unmittelbar nach der Veröffentlichung durch die RP seine Fraktion zusammengerufen, über die Vorwürfe informiert und seinen Parteifreunden versichert, er sei unschuldig.
In der Anzeige, die der RP vorliegt, heißt es, der Politiker habe zunächst versucht, ein Neubaugebiet zu verhindern. Anschließend habe er dem Architekten angeboten, seine in Gremien geäußerten Bedenken gegen Zahlung eines sechsstelligen Betrages zurückzustellen. Dieses habe der Architekt abgelehnt – weswegen das Neubaugebiet am Ende anders angelegt werden musste als ursprünglich geplant.
Der anonyme Schreiber hatte seiner Anzeige zahlreiche – zum Teil nicht öffentlich zugängliche – Unterlagen beigelegt. Beweisen können diese die angebliche Bestechung allerdings nicht. Die Staatsanwaltschaft ist verpflichtet, auch anonymen Anzeigen nachzugehen. Die Tatsache, dass jetzt ermittelt wird, gibt noch keinen Aufschluss darüber, ob die Vorwürfe stimmen.
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