Mönchengladbach: Bibi Blocksberg ist online
VON GARNET MANEKE - zuletzt aktualisiert: 22.05.2010Mönchengladbach (RPO). Die Mönchengladbacher Agentur Elements of Arts macht die virtuelle Hexenwelt zum kindgerechten Vergnügen. Kunterbunt aufgeteilt müssen die einzelnen Bereiche einer Website sein, die Buttons groß, die Texte kurz und einprägsam.
Bibi Blocksberg ist 30 Jahre alt geworden. Die freche Hexe mit dem feuerroten Pferdeschwanz ist eine der beliebtesten Hörspielfiguren für Kinder im Vorschulalter. Während die ersten Hörer der Geschichten noch gespannt vor ihrem Kassettenrekorder saßen, um bei den Abenteuern mitzufiebern, können sich die Kinder der Gegenwart ein Leben ohne Internet und Computerspiele nicht mehr vorstellen. Und so haben die Macher von Bibi Blocksberg die Mönchengladbacher Agentur Elements of Arts (EoA) damit beauftragt, die virtuelle Hexenwelt kindgerecht zu gestalten.
"Kinder haben ganz andere Ansprüche an eine Website als Erwachsene", sagt Stefan Warth, Marketing-Leiter der auf Kinder-, Jugend- und Familienmarketing spezialisierten Internet-Agentur. Gerade die Zielgruppe der Sechs- bis Achtjährigen, die noch nicht richtig lesen und schreiben können, müssen mit Bildern und Farben angesprochen werden. Kunterbunt aufgeteilt müssen die einzelnen Bereiche einer Website sein, die Buttons groß, die Texte kurz und einprägsam. So finden sich in der Welt der Bibi Blocksberg viele Bildergeschichten, in denen jedes Bild von kurzen Texten mit maximal drei Sätzen begleitet wird.
Um Kinder zu fesseln, muss etwas auf der Website passieren. Mitmach-Spiele, Hörspiele, Rätsel und Videos gehören zum Angebots-Potpourri. Dazu peppen akustische Signale die Seiten auf. Dabei wird die Zielgruppe auch erweitert. Wenden sich die Hörspiele der Hexe noch an Kinder im Vorschulalter, sei die Website für die Zielgruppe bis 13 Jahre konzipiert, sagt Warth. "In Familien nimmt vielleicht eines der größeren Geschwister ein kleineres mit und liest ihm was von der Website vor."
Eine Hoffnung, die Kinderärztin Dr. Renate Harnacke kritisch sieht. "Kinder im Vorschulalter sollten überhaupt keinen Zugang zum Internet und Computerspielen haben." Im Gegenteil: Ausflüge in die virtuellen Welten können bei so kleinen Kindern sogar zu Folgeschäden in der Entwicklung führen. "In diesem Alter lernen Kinder über Greif-Erfahrung und dadurch, dass sie selbst etwas machen", betont Harnacke. "Der Internetkonsum kann zu großen Konzentrationsschwierigkeiten führen." Deshalb lehnt sie Internet-Angebote für Kinder im Vorschulalter ab.
"Erst ab dem Schulalter kann das Internet in ganz kleinen Portionen erlaubt werden", sagt Harnacke. "Aber nur sehr eingeschränkt und überwacht." Dafür empfiehlt die Kinderärztin spezielle Programme, mit deren Hilfe Eltern genau kontrollieren können, wann, wo und wie lange ihre Sprösslinge im Netz unterwegs waren. Maximal eine halbe Stunde sollten Kinder im Grundschulalter pro Tag das Internet konsumieren dürfen.
Die Kontrolle sollte bis ins späte Jugendlichenalter aufrecht erhalten bleiben. In kleinen Schritten könne der Konsum von Internet oder Computerspielen auf maximal eineinhalb Stunden erhöht werden, sagt Harnacke. "Deshalb ist ein freier Zutritt zum Computer nicht empfehlenswert. So ein Gerät gehört nicht in ein Kinderzimmer."
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