Mönchengladbach: Bio-Pionier: Goldene Blume für Claus Hipp
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 13.09.2009 - 19:20Mönchengladbach (RPO). Er ist Deutschlands größter Bio-Bauer, eine der markantesten Unternehmerpersönlichkeiten des Landes, gläubiger Katholik, erfolgreicher Maler und Musiker - und seit Samstag Träger des ältesten deutschen Umweltpreises, der „Goldenen Blume von Rheydt”: Professor Claus Hipp (70), mit dessen Babynahrung Generationen von Deutschen groß wurden und der sich in TV-Spots persönlich für die Qualität seiner Produkte verbürgt.
Appell gegen Gentechnik
Warum er im besten Sinne ein „Überzeugungstäter” ist, wie RP-Herausgeber Gottfried Arnold, Vorsitzender des Kuratoriums zur Verleihung der Goldenen Blume, in seiner Laudatio sagte, wurde den mehr als 200 Gästen beim ebenso kurzweiligen wie lehrreichen Festakt klar.
Claus Hipp schlug in seiner Dankesrede ganz unprätentiös den Bogen von Agrarforschung zu gesellschaftlicher Verantwortung und christlichen Werten. Und so war sein Appell gegen Gentechnik und für organisch-biologischen Landbau gleichermaßen wissenschaftlich und ethisch fundiert.
Ganz bewusst sprach Hipp von der „Mutter Erde” und erklärte anschaulich, was ein ertragreicher Boden mitbringen muss, wie und unter welchen Bedingungen Bakterien arbeiten und warum die Windrichtung Auswirkung auf das Gedeihen der Pflanzen hat. Chemisch behandelter Boden sorge erwiesenermaßen nicht für größeren Ertrag.
Professor Claus Hipp
Geboren 22. Oktober 1938 in München
Unternehmer Geschäftsführender Gesellschafter der Hipp GmbH
Familie verheiratet, fünf Kinder. Zwei Söhne arbeiten im Unternehmen. Eine Tochter hat den Hof übernommen.
Ehrenamt Präsident der IHK München von 1998 bis 2004
Künstler Erfolgreicher und ausgebildeter Maler mit zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland
„Die Gentechnik ist nicht nötig, um die Menschen zu ernähren”, versicherte Hipp. Jede Generation, so sein Credo, dürfe nur das aus dem Naturkreislauf entnehmen, was sie tatsächlich braucht. Doch die Schöpfung werde aus Habgier ausgebeutet. „Nur wer das Grundprinzip des Lebens verstanden hat, kann mit Überzeugung handeln.”
Gottfried Arnold begründete das Votum des Kuratoriums so: „Hipp zeigt uns auf, was mit Tatkraft und Entschlossenheit bewegt werden kann.” Arnold erinnerte daran, dass Hipp anfangs belächelt wurde und die Marktforschung ihm ein grandioses Scheitern vorhergesagt hatte. „Sie sind geradlinig und klar und wo es sein muss manchmal unbequem”, attestierte Mönchengladbachs Oberbürgermeister Norbert Bude dem Geehrten.
Claus Hipp gewährte in Mönchengladbach auch Einblick in sein künstlerisches Schaffen. Das von dem 70-jährigen - der selbst in Konzerten Oboe und Englischhorn spielt - geförderte georgische Kammerorchester Ingolstadt gestaltete das Rahmenprogramm. Beim anschließenden Empfang waren fünfzehn seiner ab\-strakten Bilder zu sehen.
Die Festgäste waren beeindruckt von der Bescheidenheit und Warmherzigkeit von Claus Hipp und stimmten mit starkem Applaus gerne ein, in den Ruf, mit dem Gottfried Arnold seine Laudatio beendete: „Hipp, Hipp, Hurra!”
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