Mönchengladbach: Biogas: NVV plant Großanlage
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 10.12.2009Mönchengladbach (RPO). 9,8 Millionen Euro will die NVV in eine Biogasanlage investieren. Sie soll zwischen Wanlo und Hochneukirch entstehen. Mit dem produzierten Erdgas können 1500 Haushalte versorgt werden. Der Haken: Es droht mehr Verkehr.
Die NVV will fast zehn Millionen Euro in eine Biogasanlage investieren, die im Mönchengladbacher Süden zwischen Wanlo und Hochneukirch entstehen soll. Mit diesem Projekt löst sich der Versorger erstmals entscheidend im Stadtgebiet von seinem bisherigen Geschäftsmodell im Energiesektor und wendet sich verstärkt den regenerativen Energieträgern zu.
Ein weiterer Ausbau ist geplant. "Wir denken sogar über eigene Windkraftanlagen nach und suchen nach geeigneten Standorten im Stadtgebiet", sagt NVV-Prokurist Paul Rutten.
Herbst 2011 soll sie fertig sein
Hauptaugenmerk gilt aber derzeit der geplanten Biogasanlage. Die NVV betreibt zwar in den Kreisen Heinsberg und Viersen bereits drei Anlagen. Die Mönchengladbacher wäre nach der geplanten Fertigstellung im Herbst 2011 nicht nur die größte, sie würde auch nach einem neuen Konzept gefahren.
Die Fuhren
Maisernte 20 Erntetage, ca. zehn Fuhren/Stunde (5 voll, 5 leer).
Gärreste als Dünger. 30 Ausbring-Tage , etwa acht Fuhren/Stunde (4 voll, 4 leer).
Gülle 14-tägig, 12 Fuhren
Denn das aus Mais und Rindergülle entstehende Biogas wird dann vor Ort in Erdgas umgewandelt, das anschließend in die Leitung eingespeist wird. Alleine die Investition in diese Spezialanlage, die es landesweit nur zwei weitere Male gibt, verschlingt eine Million Euro.
Die NVV geht von 3,1 Millionen Kubikmeter Biomethan pro Jahr aus: Damit könnten rund 1500 Durchschnittshaushalte versorgt werden. Der Energiegehalt von 31 Millionen Kilowattstunden, die in der Biogasanlage produziert wird, entspricht dann einem Prozent der Gasmenge, die von der NVV vertrieben wird.
Doch es gibt Hindernisse, die noch aus dem Weg zu räumen sind. Anwohner vor allem aus Hochneukirch befürchten eine starke Geruchsbelästigung, mehr Lärm und Verkehr. NVV-Prokurist Rutten ist derzeit in der Gemeinde Jüchen und in Mönchengladbach unterwegs, um die Politiker zu informieren und um Zustimmung zu werben.
"Die Geruchsbelästigung ist gering. Es werden alle Werte eingehalten", sagt Rutten. Lärm geht von der Anlage kaum aus und wird den durch die direkt angrenzende Autobahn kaum übertreffen. Lediglich durch die Mais-Anlieferungen, die Abgabe der als Dünger zu nutzenden Gärreste und durch die Gülle-Abfuhr ist mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen. Rutten: "Das beschränkt sich auf bestimmte Zeiträume von Mitte September bis Mitte Oktober sowie zwischen Februar und April. Um diese Probleme zu beseitigen, erarbeiten Experten für uns Lösungen."
In Mönchengladbach stieß das NVV-Vorhaben bislang auf große Zustimmung. Und auch die Landwirte bewerten das Projekt positiv. Denn für sie gäbe es dann eine zusätzliche Einnahmequelle: Sie hoffen auf langfristige Verträge, denn es werden für die Anlage rund 30 000 Tonnen Mais jährlich benötigt.
Dies entspricht einer Anbaufläche von 500 bis 600 Hektar. Und was passierte, wenn die Politik "Nein" sagt? "Dann", sagt Rutten, "besteht die Gefahr, dass irgendwann eine andere Firma einsteigt und wir die Entwicklung kaum beeinflussen können."
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