Mönchengladbach: Blauzungenkrankheit: Kontrollzone
zuletzt aktualisiert: 27.10.2008 - 15:38In vier grenznahen Rinder-Betrieben in den Niederlanden ist am vergangenen Freitag erneut die Blauzungenkrankheit festgestellt worden. Die Stadt Mönchengladbach gehört zur Kontrollzone.
Damit verbunden sind Restriktionen für die rund 131 Betriebe und Tierbestände in Mönchengladbach mit Schafen, Ziegen oder Rindern. Auch private Halter sind betroffen. Ursache dieser neuen Ausbrüche ist jedoch ein anderer Infektionstyp als in den Blauzungenfällen seit Sommer 2006.
Mönchengladbach liegt innerhalb der Kontrollzone, die sich 150 Kilometer im Umkreis der Ausbruchsbetriebe erstreckt. Die Kontrollzone umfasst fast das ganze Land Nordrhein-Westfalen (außer die Gebiete der Kreise Euskirchen, Siegen-Wittgenstein, Höxter und der kreisfreien Stadt Bonn) und den westlichen Teil des Landes Niedersachsen bis zum Gebiet der Stadt Bremen.
Innerhalb des Gebietes dürfen laut Veterinäramt die betroffenen Tierarten zwischen den Betrieben oder zum Schlachten transportiert werden, wenn die Tiere frei von klinischen Erscheinungen der Blauzungenkrankheit sind. „Aus diesem Gebiet dürften grundsätzlich keine Wiederkäuer verbracht werden“, teilt Dr. Ferdinand Schmitz, stellvertretender Leiter des Veterinäramtes, mit.
Ausnahmen seien möglich, es müssten jedoch amtliche Gesundheitszeugnisse auf dem Transport mitgeführt werden. Die in freie Gebiete zu transportierenden Tiere und die Transportfahrzeuge sind außerdem mit zugelassenen Mitteln gegen Insekten zu behandeln.
Seit dem Sommer 2006 sowie im Verlaufe des Jahres 2007 sind auch in Mönchengladbach insgesamt 25 Ausbrüche der Blauzungenkrankheit - aber mit dem Serotyp 8 - festgestellt worden. Die wirtschaftlichen Schäden für die betroffenen Betriebe seien sehr hoch gewesen, so Dr. Ferdinand Schmitz. Zahlreiche Tiere hätten getötet werden müssen.
Seit Juni wurden die Schaf-, Ziegen- und Rinderbestände gegen den Serotyp 8 schutzgeimpft. "Seitdem sind keine weiteren Ausbrüche der Blauzungenkrankheit in Mönchengladbach festgestellt worden. Die Tiere sind jedoch nicht gegen den neuen in den Niederlanden diagnostizierten Serotyp geschützt. Im Falle der Einschleppung ist ein erheblicher Schaden für die hiesigen Bestände nicht auszuschließen“, erklärt Dr. Ferdinand Schmitz. In Mönchengladbach sind derzeit 3.300 Rinder, 830 Schafe und 123 Ziegen amtlich gemeldet.
Die Blauzungenkrankheit kann auf Menschen nicht übertragen werden. Auch der Verzehr von Lebensmitteln von eventuell infizierten Tieren könne nicht zu einer Krankheit bei Menschen führen, so Schmitz. Die Übertragung von Tier zu Tier erfolge über blutsaugende Insekten.
Weitere Informationen über die Internetseite der Stadt (www.moenchengladbach.de) und den Internetseiten des Landes NRW. Auskünfte erteilt das Veterinäramt unter der Telefonnummer 02161-25 28 31.
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