Mönchengladbach: Blick hinters Kirchen-Gerüst
VON ELLEN SCHLÜTTER - zuletzt aktualisiert: 10.09.2009Mönchengladbach (RPO). Ein gutes Drittel ist geschafft: Die Umbauarbeiten in der Rheydter Marienkirche sind in vollem Gange. Zwar wird die Messe zum Patrozinium noch nicht in der Kirche gefeiert – einen ersten Einblick gibt es am Sonntag aber schon.
Rheydt Es wird noch einige Zeit an den Türen der Rheydter Marienkirche hängen: Das Schild mit der Aufschrift: "Die Kirche ist zur Zeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen." Von drinnen ist geschäftiger Baustellen-Lärm zu hören, gerade wird ein Gerüst an den Innenwänden des imposanten Kirchenbaus hochgezogen. Noch bis November sollen die Umbauarbeiten in der Kirche dauern. Am Sonntag gibt es jedoch die Gelegenheit, sich ein erstes Bild vom Stand der Arbeiten zu machen. Dann feiert die Pfarrgemeinde St. Marien ihr Patrozinium. "Das ist ein guter Anlass, um die Gemeinde daran teilhaben zu lassen, was in ihrer Kirche geschieht", sagt Pfarrer Klaus Hurtz. "So kann auch die Vorfreude wachsen." Und die ist durchaus angebracht, wenn man die Pläne für das zentrale Wahrzeichen in der Rheydter Innenstadt hört.
Alter Innenputz abgeschlagen
Gut ein Drittel ist schon geschafft. Architekt Dr. Burkhard Schrammen geht davon aus, dass planmäßig im November der Kirchenbetrieb wieder aufgenommen werden kann. "Ich staune auch, bei dem was noch zu machen ist. Aber Dr. Schrammen hat mir versichert, wir lägen gut in der Zeit", sagt Hurtz. Der Boden ist mit Plane bedeckt, Kirchenbänke sind zusammengestellt und unter Folie verborgen. Das Gros der Abbrucharbeiten ist abgeschlossen, der Innenputz an den alten Kirchenmauern abgeschlagen. Pfarrer Hurtz' Augen leuchten, wenn er das Hauptportal entlang schaut: "Wird das nicht ein toller Blick?"
Die Maßnahmen dienen dazu, die Kirche heller werden zu lassen, den Kirchenraum auf das Wesentliche zu reduzieren. Etwas, das auch der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Ilona Oellers und dem Kirchenvorstands-Chef Hans-Josef Niehaus am Herzen liegt. "Am meisten freue ich mich, wie viel Licht jetzt schon in die Kirche hineinkommt", sagt Oellers. "Ein heller Kirchenraum ist so viel reizvoller." Da spricht sie Pfarrer Hurtz aus der Seele: "Wo man dem Himmel begegnen will, soll man auch das Licht des Himmels erfahren."
Einen großen Anteil daran sollen die neuen Seiteneingänge haben. Die Vorbauten nach außen und die nach innen in den Kirchenraum ragenden, dunklen Türen kommen weg. "Stattdessen wird es eine Glasfassade geben, so dass man auf die historische Mauer blickt", erläutert Hurtz. Außerdem wird der Eingang innen plan in die Wand integriert, damit die klaren Strukturen der Kirche besser herauskommen. "Die Kirche lebt von den gotischen Spitzbögen", hebt er eine Besonderheit hervor. Im Altarraum, in Fenstern und Wänden sind die typischen Stil-Elemente zu finden.
Die großen Tore am Hauptportal der Kirche – bislang selten genutzt – sollen künftig ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt werden. Die auffälligen Bushäuschen vor dem Eingang werden noch in diesem Monat verschwinden, durch die Öffnung nach vorne soll sich die Kirche mehr in das Stadtbild integrieren und einladen – "zur Gottes-, Menschen- und Ich-Begegnung", so Pfarrer Hurtz.
"Wir sind die einzige Kirche im ganzen Stadtteil, die täglich geöffnet ist. Das hat eine große Bedeutung hier", weiß Niehaus. Die neue, klare Raumstruktur soll mehr Ruhe schaffen. Einen ersten Eindruck davon können sich Interessierte am Blumensonntag verschaffen. Es sei noch einiges mehr angedacht,verrät Hurtz. Wenn die Finanzierung gelingt, "dann werden sich hier Elemente finden, die es noch nirgendwo gibt." Was das allerdings sein wird, verrät er nicht – noch nicht.
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