Mönchengladbach: Bluttat: Ministerin fordert Bericht
zuletzt aktualisiert: 13.03.2007 - 15:40Die Staatsanwaltschaft Krefeld prüft derzeit, ob es im Vorfeld des Mordes an einer 38-Jährigen und ihrer 18 Jahre alten Tochter in Rheydt Justizpannen gegeben hat. Auch Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) befasst sich mit dem Fall. "Die Ministerin lässt sich den Vorgang lückenlos berichten", erklärte ein Ministeriumssprecher.
Der mutmaßliche Täter, der Ehemann und Vater der Opfer, war kurz vor der Tat beim Familiengericht erschienen. Trotz eines Haftbefehls konnte er aber nicht festgenommen werden. Richter und Anwältin hatten vergeblich versucht, den Haftbefehl vollstrecken zu lassen. Zehn Minuten nachdem seine Familie das Gericht verlassen hatte, erschoss der 38-Jährige Frau und Tochter in Rheydt.
Kritik kam bereits von der SPD-Fraktion im Landtag: Frank Sichau, justizpolitischer Sprecher, forderte eine rückhaltlose Aufklärung über die Umstände des Doppelmordes. "Sollten sich die Vorwürfe gegen die Justiz, die jetzt im Raum stehen, als richtig erweisen, darf dies nicht als Justizpanne abgetan werden", erklärte Sichau. Ein mögliches Justizversagen müsse Konsequenzen haben, notfalls auch personelle, so Sichau. Die SPD will, dass das Justizministerium umgehend den Landtag und die Öffentlichkeit über die Umstände "dieses ungeheuerlichen Verbrechens" aufklärt. Die Grünen beantragten für nächste Sitzung des Rechtsausschusses am 21. März eine "Aktuelle Viertelstunde" zu dem Fall.
Dass objektiv die Möglichkeit bestanden habe, den Tatverdächtigen nach dem Familiengerichtstermin festzunehmen, hatte ein Sprecher des Landgerichts eingeräumt. Ob der Fall dienst- oder strafrechtliche Maßnahmen gegen Justizangehörige zur Folge haben könne, werde geprüft. Dabei könnte sich während der Ermittlungen auch der Anfangsverdacht einer fahrlässigen Tötung herausstellen.
Einen ausführlichen Artikel zum Thema lesen Sie morgen, Mittwoch, in der Rheinischen Post.
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