Mönchengladbach: Böse Falle und die Folgen
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 04.02.2009Mönchengladbach (RPO). Als Roland Zachau seinen Hund aus einer illegalen Fuchsfalle befreite, wurde seine Hand vom zuschnappenden Eisen gebrochen. Das ist fünf Wochen her. Seitdem ist der Fahrlehrer arbeitsunfähig. Und macht Riesenverluste.
Die Schmerzen sind inzwischen erträglich, aber die Geduld von Roland Zachau wird weiterhin auf eine harte Probe gestellt. Vor fünf Wochen geriet er, als er seinen Hund Tobby aus einer illegalen Fuchsfalle befreite, selbst in das Eisen. Tobby wurde gerettet, aber Zachaus Mittelhandknochen brach in den zuschnappenden Fängen. Äußerst schmerzhafte Quetschungen und Zerrungen führten zudem dazu, dass der selbstständige Fahrlehrer arbeitsunfähig wurde. Mindestens zwei Monate Ausfall prophezeiten ihm die Ärzte. "Eine Katastrophe", sagt Roland Zachau, der erst im vergangenen Jahr seine Fahrschule zertifizieren ließ. Etliche Kunden musste er zu anderen Fahrschulen schicken und einen Großauftrag abweisen. "Allein dadurch sind mir fast 40 000 Euro durch die Lappen gegangen." Für die Familie ein Schlag ins Kontor.
Totschlag-Falle
Fuchsfalle Bei der illegalen Falle handelte es sich um eine so genannte Schwanenhalsfalle. Das ist eine Totschlag-Falle, die auf Druck auslöst.
Bunker Fallen müssen in Deutschland "verblendet", das heißt in speziellen Fangbunkern oder abschließbaren Kisten angebracht werden, so dass von ihnen keine Gefahr für Menschen und andere Tiere ausgeht.
Ausgaben, aber keine Einnahmen
"Wir kommen gerade so über die Runden", sagt Roland Zachau, der mit seiner Frau Nicole und dem vierjährigen Sohn Lukas in Mennrath lebt. "Aber wir werden wohl einen Überbrückungskredit von der Bank in Anspruch nehmen müssen. Denn die Kosten laufen weiter, aber es kommt nichts rein." Eine Mitarbeiterin kümmert sich in seiner Abwesenheit um die Pkw-Führerscheine. Zachaus Arbeitsbereich – Motorrad- und Lkw-Führerscheine – liegt komplett brach. Inzwischen hat der Arzt den Gips von seinem Arm entfernt und Hand und Handgelenk werden physiotherapeutisch behandelt. "Ich trainiere unermüdlich, um meine Hand so bald wie möglich wieder einsetzen zu können", sagt er. "Aber im Moment tut noch jedes feste Zugreifen höllisch weh."
Der Mennrather hat einen Fachanwalt eingeschaltet. Der wartet auf das Aktenzeichen der Staatsanwaltschaft. "Ich bin sicher, dass ich vor Gericht Recht bekommen werde, denn die Sachlage ist klar: Der Jagdpächter hatte seine Fallen illegal aufgestellt", sagt er. "Aber die Sache zieht sich natürlich ziemlich in die Länge." Den Streitwert wird sein Rechtsanwalt in der kommenden Woche berechnen. "Der wird nicht niedrig sein", vermutet Roland Zachau.
Die Polizei hatte nach dem Unfall zwei Fallen konfisziert, die von dem Jäger aufgestellt worden waren. "Das Ermittlungsverfahren gegen ihn wird wegen Verstoßes gegen das Jagdgesetz und wegen Körperverletzung eingeleitet", sagt Willy Theveßen. Außerdem wird, so der Polizeisprecher, die Jagdbehörde überprüfen müssen, ob der illegale Fallensteller seinen Jagdschein behalten darf.
Für Roland Zachau ist das nur ein schwacher Trost. Er bangt um seine Existenz. "Ich fühle mich so ohnmächtig und wie auf dem Abstellgleis. Das macht mich unzufrieden, und die ganze Familie leidet." Dennoch hätte alles noch schlimmer kommen können: "Unser Sohn Lukas hätte in die Falle geraten können, als er mit meiner Frau und dem Hund im Schnee herumtollte." Zachau ist sicher: Lukas hatte einen guten Schutzengel.
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